Die Frage: „Was ist ein Mensch“ ist am Anfang der Vernissage zur Ausstellung „Mensch“ des Kunstvereins Stühlingen im Künstlerhaus Anra gestanden. Der französische Philosoph Jean Luc-Nancy fand folgende Antwort: „Der Mensch ist ein vornehmlich denkendes Wesen, seine Handlungen sind eingebettet in das geistige Umfeld seiner Zeit.“

Acht Künstler des Kunstvereins Stühlingen machten sich ebenfalls Gedanken über das Menschsein und versuchten, diese Gedanken in Werken umzusetzen. Die vielfältigen Ergebnisse sind noch bis 26. September in Lottstetten zu betrachten. Ruth Bächtold, Jochen Lemke, Kolibri, Edyta Nadolska-Scheib, Christian Pflanzl, Christine Pflanzl, Hans Russenberger und Trudi Schüeli schufen Bilder, Skulpturen, Objekte und Installationen, die jeweils ihre ganz eigene Sicht auf das Menschsein zum Ausdruck bringen.

Dutzende von Besuchern verteilten sich auf der großen Wiese des alten Pfarrhausgartens anlässlich der Vernissage der Ausstellung „Mensch“.
Dutzende von Besuchern verteilten sich auf der großen Wiese des alten Pfarrhausgartens anlässlich der Vernissage der Ausstellung „Mensch“. | Bild: Ralf Göhrig

Im Garten des Künstlerhauses versammelten sich die Gäste der Vernissage und lauschten den Trompetenklängen des Zürcher Musikers Lukas Frei. Dann skizzierte Edyta Nadolska-Scheib in ihren Eröffnungsworten den Bogen vom Beginn der Menschheit bis ins Heute, durch literarische und philosophische Gedanken flankiert.

Lob

Bürgermeister Andreas Morasch zeigte sich begeistert von der Ausstellung und glücklich, dass es mit dem Künstlerhaus in Lottstetten eine Möglichkeit gibt, Kunst zu zeigen. Mehr und mehr offenbare sich die Bedeutung des alten Pfarrhauses als Leuchtturm, der weit über die Region hinaus strahle.

Gute Resonanz

Ralph und Andreas Hilbert, als Hausherren in der ungewohnten Rolle, die Coronaregeln umzusetzen, waren von der positiven Resonanz auf die Ausstellungen ebenso begeistert, wie Werner Blattmann, der als Künstler Kolibri internationales Renommee erworben hat. „Es war unglaublich, wie viele Menschen zur Ausstellungseröffnung gekommen sind“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Dies zeigt, dass Kunst nicht nur den Künstler als Menschen umtreibt, sondern die Kunst auch die Menschen als gesellschaftliches Wesen in ihren Bann zieht.