Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Einheimische bei der Vergabe kommunaler Bauplätze nicht bevorzugt zu behandeln sind. Daher wurde es notwendig, dass die Gemeinde Lottstetten ein neues Konzept erarbeitet, das die zukünftige Vergabepraxis regelt. In der jüngsten Sitzung wurde diese Regelung nun beschlossen.

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Siri Griesser, Rechnungsamtsleiterin der Gemeinde, stellte die Vergabekriterien detailliert vor. Dabei werden sowohl soziale, als auch ortsbezogene Elemente berücksichtigt. So fließt die Anzahl der Kinder und deren Alter von Grundstücksbewerbern in die Auswahl ein, wie auch die Dauer der Wohnzeit, der Beschäftigung oder der ehrenamtlichen Tätigkeit vor Ort.

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„Es gibt keine absolute Gerechtigkeit“, musste Bürgermeister Andreas Morasch feststellen, „aber die Kriterien müssen nachvollziehbar sein“. Ursula Handloser (SPD) kritisierte die Neuregelung, die Einheimische benachteilige. „Ein Lottstetter, der einige Jahre studiert hat und anschließend in die Heimat zurück kehrt, hat keine Chance, einen Bauplatz zu kaufen“, bemerkte sie skeptisch.

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Auch im gut gefüllten Zuschauerraum machte sich Unmut breit, und ein Unverständnis für die Entscheidung des obersten Europäischen Gerichts schwebte fast greifbar durch die Gemeindehalle.

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Der Gemeinderat fand zwar keine Antwort auf die Frage, wie ein Student an einen Bauplatz gelangen könne, doch war man der Meinung, dass Studenten und auch sonstige Heimkehrer vermutlich nicht sofort einen Bauplatz im Sinn hätten und nach ein paar Jahren doch gute Chancen besäßen. „Wir beschließen diese Kriterien jetzt einmal für ein Jahr“, schlug Andreas Morasch vor, „und können dann, bei Bedarf nachjustieren.“ Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag des Bürgermeisters einstimmig.

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Die Gemeinde Lottstetten besitzt 15 Bauplätze im aktuellen Neubaugebiet „Bettleäcker II“. Der Gemeinderat beschloss, im laufenden Jahr fünf der Plätze zu verkaufen. Der Preis pro Quadratmeter wurde mit 195 Euro festgelegt.