Das Tiefbauamt Zürich hatte im Frühling 2015 bei der rund 120 Meter langen Rheinbrücke bei Rüdlingen Schwachstellen an der Konstruktion festgestellt und ließ ab Oktober 2015 nur noch einen einspurigen Verkehr zu. Daraufhin wurde ein Wettbewerb für eine neue Brücke ausgeschrieben, den das Züricher Architekturbüro Bänziger Partner AG mit dem Projekt „Point de Vue“ gewonnen hat.

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Auf der MS Rhenus der Schifffahrtsgesellschaft Züri-Rhy gab der Schaffhauser Baudirektor Martin Kessler am Freitag den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten. Mit an Bord waren die Kantonsingenieure Felix Muff (ZH) und Dino Giuliani (SH) sowie die Gemeindepräsidenten von Flaach und Rüdlingen, Walter Staub und Martin Kern. Die Rheinbrücke verbindet den Kanton Zürich mit den Gemeinden Rüdlingen und Buchberg, die mit zwei Prozent der gesamten Kantonsfläche vollkommen vom Kanton Zürich und dem deutschen Grenzgebiet eingeschlossen sind.

Im Schneetreiben: Der Bau-Startschuss von Martin Kessler (rechts) wurde von Dino Giuliani, Martin Kern, Felix Muff (von links) und ...
Im Schneetreiben: Der Bau-Startschuss von Martin Kessler (rechts) wurde von Dino Giuliani, Martin Kern, Felix Muff (von links) und winterlichem Schmuddelwetter begleitet. | Bild: Thomas Güntert

Täglich fahren rund 5000 Fahrzeuge über die Brücke, wobei der Schwerverkehrsanteil bei rund acht Prozent liegt. Das Nadelöhr ist auch eine wichtige Verbindung für deutsche Grenzbewohner, die nach Winterthur pendeln oder auf die längste Schweizer Autobahn A 1 wollen. Durch das Naturschutz- und Erholungsgebiet Thurauen hat die Rheinbrücke auch eine hohe touristische Nutzung. Martin Kessler bezeichnete den unteren Kantonsteil als die Toskana von Schaffhausen und betonte, dass sich das schlichte und schnörkellose Bauwerk in die besondere Umgebung zurückhaltend einbetten wird.

In Betrieb: Täglich fahren rund 5000 Fahrzeuge über die Rüdlinger Rheinbrücke, wovon rund acht Prozent Schwerverkehr ist.
In Betrieb: Täglich fahren rund 5000 Fahrzeuge über die Rüdlinger Rheinbrücke, wovon rund acht Prozent Schwerverkehr ist. | Bild: Thomas Güntert

Die neue Brücke kommt wieder an den bisherigen Standort und soll eine maximale Belastung von einem beidseitigem Schwerverkehrsaufkommen aufnehmen können. Die zweijährigen Bauarbeiten beginnen mit dem Bau von provisorischen Abstützungen und einer Verschubbahn, die benötigt werden, um die bestehende rund 200 Tonnen schwere Brücke im Mai während einer zweitägigen Vollsperrung mit Spann- und Pressvorrichtungen etwa 20 Meter flussaufwärts zu verschieben, damit sie während der Bauzeit als Umleitung genutzt werden kann.

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Die gesamten Baukosten betragen rund 17,4 Millionen Franken. Weil sich die Baustoffe für Stahl und Holz massiv verteuert haben, musste vom Kanton Zürich ein zusätzlicher Kredit von 1,7 Millionen Franken bewilligt werden. Bestandteil des Projekts ist auch ein drei Meter breiter Rad- und Gehweg, der linksrheinisch bis zur Bushaltestelle Ziegelhütte führt. Die Kosten (rund 780.000 Franken) werden in voller Höhe vom Kanton Zürich übernommen. Nach dem Staatsvertrag von 1870 und einer Vereinbarung von 2016 muss der Kanton Schaffhausen ein Viertel der Kosten des eigentlichen Brückenbaus tragen. Ebenso werden ihm 25 Prozent des Unterhalts in Rechnung gestellt, der vom Kanton Zürich ausgeführt wird.

In Vorbereitung: Die Bauarbeiten für die neue Rheinbrücke haben auf der Zürcher Rheinseite bereits begonnen.
In Vorbereitung: Die Bauarbeiten für die neue Rheinbrücke haben auf der Zürcher Rheinseite bereits begonnen. | Bild: Thomas Güntert