Der Wanderweg am rechten Rheinufer zwischen Rheinau und Neuhausen am Rheinfall bleibt wohl länger gesperrt. Etwa ein Kilometer rheinabwärts vom Rheinsteg Nohl, auf der Höhe der Badi Dachsen, gibt es kein Durchkommen mehr. Hunderte von Bäume wurden von der Schneelast umgedrückt, sind den Steilhang heruntergerutscht und ragen nun über den Wegen oder liegen im Wasser.

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„Das Ziel ist es, den Weg bis zum Beginn der Wandersaison an Ostern freizubekommen“, erklärt Heinz Wildberger, Betriebsleiter des Kraftwerks Rheinau. Er bezweifelt allerdings, dass der Abtransport der Bäume bis Anfang April abgeschlossen sein wird.

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Das Kraftwerk Rheinau ist für den Uferunterhalt im Stauraum zuständig und als Waldeigentümer auch für den Unterhalt der Wanderwege. Weil es im Steilhang bis nach Altenburg keinen geeigneten Zufahrtsweg für schwere Arbeitsgeräte gibt, ist die Schadfläche nur mit dem Arbeitsboot zu erreichen, wodurch die Arbeiten sicherlich verzögert werden.

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„Die Bäume am Steilhang müssen vom Rhein her geholzt werden“, sagt Wildberger. Zuerst muss jedoch abgeklärt werden, wie groß die Schadholzmenge ist, die abtransportiert werden muss. Zudem sind vermutlich auch einige Parzellen von Privatwaldbesitzern betroffen, die sich an der Räumung beteiligen müssen.

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Das Kraftwerk Rheinau ist mit dem Kraftwerk Eglisau-Rheinsfelden zusammengeschlossen, beide Laufwasserkraftwerke werden vom Energiekonzern Axpo betrieben. Laut Heinz Wildberger haben beide Kraftwerke allerdings nur vier Mitarbeiter zur Verfügung, die für diese Forstarbeiten eingesetzt werden können. Deshalb sind auch Förster und Lohnunternehmer eingeschaltet. „Die Externen sind aber schon überall am Holzen. Es betrifft ja nicht nur uns, sondern auch viele Waldbesitzer – und dann hat man auch noch den Borkenkäfer vom vergangenen Jahr“, sagte Wildberger.

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Der abwechslungsreiche und vorwiegend flach verlaufende Wanderweg zwischen dem Kloster Rheinau und dem Rheinfall ist besonders beliebt, weil er schattiger als der Weg auf der Zürcher Seite ist. Zahlreiche Grillplätze laden zum Verweilen ein. Den gesperrten Wanderweg zu umgehen, ist nahezu unmöglich. Man müsste den steilen Hang hochklettern und über das offene Feld gehen.

Der Winter hat an den Steilufer des Rheins seine Spuren hinterlassen. Für längere Zeit wird es auf dem beliebten Rheinwanderweg zwischen dem Rheinfall und Rheinau kein Durchkommen mehr geben.
Der Winter hat an den Steilufer des Rheins seine Spuren hinterlassen. Für längere Zeit wird es auf dem beliebten Rheinwanderweg zwischen dem Rheinfall und Rheinau kein Durchkommen mehr geben. | Bild: Thomas Güntert

Den Wanderern bleibt der Trost, dass der Schifffahrtsbetrieb Mändli ab dem 28. März täglich vier Rundfahrten über die Anlegestellen beim Schloss Wörth und dem Kraftwerk Rheinau anbieten will. „So Corona es zulässt“, sagt Barbara Holdenrieder-Mändli. Sie betont, dass das Boot flussaufwärts auf Verlangen auch beim Steg in Nohl hält: „Dann können die Wanderer zumindest noch das letzte Stück bis zum Rheinfall zu Fuß gehen.“