Vor einigen Jahren wurde die alte Radrennbahn in der Au in die Liste der Kulturdenkmäler des Landes Baden-Württemberg aufgenommen, was einen besonderen Schutz für die im Jahre 1925 eingeweihte Anlage bedeutet. Freilich schützt das verliehene Prädikat alleine nicht vor dem weiteren Verfall, und nachdem Rita Metzger vor zehn Jahren begonnen hatte, die Rennbahn aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken, hat die Natur versucht zurückzuschlagen.

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Die bereits freigelegte Betonbahn zeigte sich zu Jahresbeginn wieder von Gras überwuchert und kleine Bäume wuchsen aus dem rissigen Beton. Diesem Schauspiel mochte Edgar Maier nicht länger zusehen. Der 83-Jährige machte sich vor einigen Tagen daran, die Bahn vom Bewuchs zu befreien. „Das ist aber harte Knochenarbeit“, wusste er im Gespräch mit dieser Zeitung zu berichten. Sein Ziel ist es, die Anlage komplett von dem Bewuchs zu befreien. Mittelfristig, spätestens zum 100. Jahrestag der Einweihung der Rennbahn, könnte es realisiert werden, dass die Bahn wieder genutzt werden kann.

Ein Stück Geschichte

Beim Eröffnungsrennen am 24. Mai 1925 waren 36 Fahrer am Start, mit den Lokalmatadoren Ludwig Merlo und Karl Altenburger auch zwei der großen Namen des Radsports der 20-er Jahre. „Es kann mit einem Massenbesuch gerechnet werden“, schrieb der Alb-Bote am 23. Mai 1925, tatsächlich kamen mehr als 1500 Zuschauer an dem ersten Renntag, zwei Wochen später, am 7. Juni 1925 sogar mehr als 2000 Zuschauer. Dies in einer Zeit, als Jestetten gerade mal 1400 Einwohner zählte.

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Große Namen werden zwar kaum mehr hier ihre Runden drehen, aber die Erinnerung an diese Epoche, als in Jestetten das bedeutende Oval die weltbesten Radfahrer anzog, muss erhalten werden. Und dafür kämpft Edgar Maier.

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