„Leben gelingt nur in der Liebe“, war der Lebens-Leitspruch des katholischen Pfarrers Josef Moser, der am 13. Juli im Alter von 84 Jahren im Pflegeheim in Jestetten gestorben ist. Zahlreiche Trauernde aus den Gemeinden, in denen Moser während all der Jahre seelsorgerisch tätig war, kamen in der vergangenen Woche zum Requiem in die Jestetter Pfarrkirche St. Benedikt. Neben dem Jestetter Pfarrer Richard Dressel haben Pfarrer Thomas Mitzkus von der Seelsorgeeinheit Klettgau-Wutöschingen als stellvertretender Dekan und Pfarrer Marcus Maria Gut von der Seelsorgeeinheit Küssaberg-Hohentengen den Gottesdienst als Konzelebranten mitgestaltet.

Weggefährten nehmen Abschied

Für die musikalische Umrahmung sorgte der Kirchenchor der Seelsorgeeinheit Jestetten, Cantus Valbenja, unter der Leitung von Gisela Palme-Giller. Zur Kommunion spielte die Organistin Hanni Velten aus Kadelburg, mit der Pfarrer Moser einst zusammengearbeitet hatte. 14 Ministranten aus den Gemeinden Lottstetten, Jestetten, Altenburg und Baltersweil erwiesen dem Pfarrer Josef Moser den letzten Kirchendienst. Angelika Kaiser aus Bad Krozingen erinnerte sich in ihrer Ansprache, wie sie in Hohentengen aufgewachsen ist und wie gerne sie damals an den Jugendgottesdiensten und dem Jugendfreizeitprogramm von Pfarrer Moser teilgenommen hatte. Paul Stoll, Alt-Bürgermeister der Gemeinde Küssaberg, und Karin Vermöhlen, ehemalige Pfarrgemeinderätin in Grießen, hielten weitere ehrende Nachrufe.

Josef Moser wurde am 4. Januar 1934 in Neubrunn am Illmensee geboren und sein Leben wurde von Anfang an durch sein christliches Elternhaus geprägt. Nach der Volksschule in Denkingen wechselte er an das Heinrich-Suso-Gymnasium nach Konstanz und trat ins Konradihaus ein. Nach dem Abitur studierte er in Freiburg und München Theologie und wurde am 19. Juni 1960 durch Erzbischof Hermann Schäufele im Münster zu Konstanz zum Priester geweiht. Sein Weg als Seelsorger führte ihn als Vikar zuerst nach Ötigheim, Tengen und Meersburg, ehe er im September 1966 als Pfarrer die Seelsorge der Pfarrei St. Valentin Lottstetten und St. Jakobus Altenburg übernahm.

Ein Auge auf Bauvorhaben

In diesen Jahren wurde die Kirche St. Valentin in Lottstetten vollständig renoviert und die alte Braun-Orgel gegen eine Elektronen-Orgel ausgetauscht. „Die gesamte Renovation lag verantwortlich in den Händen des umsichtigen und tatkräftigen Pfarrers Josef Moser“, steht in der Lottstetter Chronik geschrieben. In allen Gemeinden, in denen Josef Moser tätig war, kümmerte er sich auch darum, dass die anstehenden Bauvorhaben sachgemäß durchgeführt wurden. Im Juni 1973 wechselte Moser in die Pfarrei St. Michael Rheinheim und übernahm 1982 auch die Seelsorge in der Pfarrei St. Martin in Kadelburg, die er beide bis 1988 betreute.

Auch im Ruhestand noch Vertretungen

Im Juli 1988 zog er dann an den Bodensee, wo er sieben Jahre für die Pfarrei Allensbach mit Langenrain sieben Jahre für die Pfarrei Allensbach mit zuständig war. Von 1995 bis 2005 waren die Klettgauer Pfarreien Grießen, Bühl und Geißlingen seine letzten Stationen. Im Oktober 2005 trat Josef Moser in den Ruhestand, den er in Jestetten verbrachte. Solange es seine Kräfte zuließen, unterstützte er die Seelsorgeeinheit Jestetten und machte bis vor wenigen Jahren auch in der Pfarrei Küssaberg Vertretungsdienste.

Jugend als Herzensangelegenheit

Eine Herzensangelegenheit war für Pfarrer Moser immer die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, mit denen er immer wieder Ferienfreizeiten und Ausflüge durchführte. Er ging immer wieder ins Ferienlager an den Sihlsee oder ins Kloster Einsiedeln und gründete in Klettgau-Bühl die Notburga Jugend. In den letzten Monaten hat Moser darauf gewartet, die Last seiner Krankheit und des Alters ablegen zu dürfen und im Vertrauen auf Gott gehofft, das Ziel seines Lebens zu erreichen. Er war wegen seiner weltoffenen und bescheidenen Art sehr beliebt und sein hintersinniger Humor wird ebenso in Erinnerung bleiben wie seine Liebe zur Natur.