Der Wohnmobilplatz unterhalb der Schule und der Gemeindehalle in Lottstetten wird rege genutzt. 2017 war der Platz erstmalig über das ganze Jahr in Betrieb. Bislang ist die Nutzung durch Parken auch über mehrere Tage kostenlos, für Wasser oder Strom wird eine Gebühr verlangt.

Für 100 Liter Frischwasser erhebt die Gemeinde einen Euro und für ein Kilowatt Strom 50 Cent. 2017 wurden über diese Gebühren 1020,30 Euro eingenommen. Der Platz wird auch als Parkplatz vom Schul- und Kindergartenpersonal genutzt sowie bei Veranstaltungen in der Gemeindehalle.

In der Gemeinderatssitzung wurde darüber diskutiert, ob eine Nutzungsgebühr durch eine vollautomatische Zutrittskontrolle mit Schranke sinnvoll und effektiv wäre. Die Kosten für eine solche Automatisierungsanlage inklusive Montage belaufen sich auf rund 40 000 Euro.

Bürgermeister Jürgen Link argumentierte dafür, die Strom und Wassergebühren zu erhöhen, um dadurch höhere Einnahmen für die Nutzung des Wohnmobilstellplatzes zu erzielen. Die Camper, die kein Wasser und keinen Strom verbrauchen, könnten somit weiterhin kostenlos parken.

Gemeinderat Arnulf Maier schlug vor, einen Automat für das Lösen von Parktickets für die Wohnmobil-Nutzer aufzustellen und pro Tag eine Gebühr von fünf Euro zu verlangen. Bürgermeister Link hatte jedoch Bedenken, dass die Gebühren am Automat nicht bezahlt werden würden und somit ein Ordnungsdienst nötig wäre, um dies zu kontrollieren.

Weitere Gemeinderäte erinnerten daran, dass diese Gebührenerhebung in anderen Kommunen gang und gäbe ist und in der Regel auch bezahlt wird. Mit dieser Regelung kann der Platz auch weiterhin ohne Probleme als Parkplatz für Veranstaltungsbesucher und Mitarbeiter der Gemeinde genutzt werden, auch die Recyclingcontainer könnten weiterhin dort stehen bleiben.

Die Gebühren zielen nur auf die Camper ab. "Ich bin überzeugt, dass die meisten Nutzer die Gebühr auch freiwillig bezahlen, ohne dass wir das regelmäßig kontrollieren müssten", bestätigte Axel Holzscheiter.

Die Gemeinderäte entschieden sich mit vier Gegenstimmen dafür, einen Parkautomaten aufzustellen, die Verwaltung soll ein Kostenangebot einholen. Die Räte kamen zu dem Ergebnis, dass die hohen Anschaffungskosten für eine automatische Zutrittskontrolle mit Schranke in keinem Verhältnis zu den möglichen Einnahmen stehen.