Es spricht für die Attraktivität des närrischen „Mehlsuppeässe“, wenn die Gemeindehalle in Jestetten schon lange vor Beginn der Veranstaltung voll besetzt ist. Die erwartungsvollen Narren brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn neben der fetzigen Musik der Sprützchantenmusik unter der Leitung von Jörg Wagner und Roland Heinemann sowie der Sängerin Maike Hail gab es ein abwechslungsreiches Programm mit Dauerangriff auf die Lachmuskeln.

Obernarr Markus Kettner ließ es sich nicht nehmen, den Mitgliedern für den riesigen Arbeitseinsatz vor Fasnacht zu danken. Viel Beifall gab es für seinen Hinweis, dass die Gruppe der Rebwiiber ihr 50-jähriges Bestehen im Narrenverein feiern kann.

Närrisch: Die Düfel und Rebwiiber mit dem Mehlsuppen-Chasper Henry Brückel.
Närrisch: Die Düfel und Rebwiiber mit dem Mehlsuppen-Chasper Henry Brückel. | Bild: Rainer Denzel

Den lustigen Auftakt bildeten im Zwiegespräch „Mehlsuppen-Chasper“-Rückkehrer Henry Brückel, der im vergangenen Jahr nach 23-jähriger Aktivität seinen Posten als dienstältester Mehlsuppen-Chasper gekündigt hatte und sein Nachfolger Raimund Hartmann (Ramme), der nach nur sieben Tagen als Mehlsuppen-Chasper wieder abgetreten ist und dies mit viel Witz begründete. Auch die „Schönheiten“ (Markus Glattfelder, Michael Läule und Michael Mühlhaupt), die nur „vor internationalem Publikum“ auftreten, hatten manchen Kalauer auf Lager und kamen bei ihrem Vortrag bestens beim Publikum an.

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Dann ging es immer Schlag auf Schlag, von Henry Brückel und Katharina Heinemann humorvoll moderiert. Die Pausen füllte die Sprützchantenmusik stets mit Stimmungsmusik. Büttenredner Yannic Frey erzählte von seinem Leiden, wenn Kinder immer mit der Frage „Warum?“ ihre Eltern plagen. Daneben knöpfte er sich auch die aktuelle Gemeindepolitik vor und versuchte, den Fragen in Sachen Ärztemangel, teures Seniorenwohnen oder Müll im öffentlichen Raum auf den Grund zu gehen. Außerdem nahm Frey den Jestetter Trend, so zu tun, als läge die Gemeinde am Rhein, närrisch auf die Schippe.

Pointiert: Andreas Wagner waren mit seiner Rede über Alkohol die Lacher sicher.
Pointiert: Andreas Wagner waren mit seiner Rede über Alkohol die Lacher sicher. | Bild: Rainer Denzel

Einen absoluten Büttenreden-Knaller lieferte dann Andreas Wagner, der über den Alkohol philosophierte und in gekonnten Reimen seine Schädlichkeit darstellte: „Das alles macht der Alkohol – zum Wohl“. Einen sehenswerten Tanz präsentierten die Eulen („Üüle“). Bei der von Monika Hoferer einstudierten Choreografie traten die Eulen als Hexen auf. Auch der Tanz der Düfel als „Los Blamablos“ konnte sich sehen lassen, er wurde von Carmen Kettner, Melanie Jelk und Mona Lüber einstudiert.

Motzer wie immer

Viel Beifall gab es für Ernst Klos (Klarinette), der zusammen mit Alli Wipf (Gitarre) als Lehrer und Pensionär auftrat. „Wie immer“ lautete sein Motto, und es gelang ihm bestens, das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Mit „Ich sage, was ich meine“ stellte sich Robert Windler als „Motzer“ vor. Seine Themen waren zunächst die große Politik mit Donald Trump, danach die Umgehungsstraße, die Auflösung des Musikvereins als Träger der Kultur sowie der Jestetter Badeplatz.

Erinnerungen an früher

Nostalgie pur gab es von Andrea Frey: „Wie es früener war“ hieß ihr Vortrag und führte die Narren in die 60er Jahre zurück, als die Schulen und das Vereinsleben noch anders waren. Frey bedauerte das Fehlen der Hombergnarren und das Verschwinden der Tradition der Lundschen.

Den gelungenen Abschluss in der Reihe der Büttenredner machte Markus Glattfelder, der sich – wie auch schon die Redner zuvor – die Schweizer Nachbarn zur Brust nahm. Aufgespießt auf seiner spitzen Zunge wurden auch der Kreisverkehr, der Vorschlag eines Touristen-Shops und einer Luftseilbahn ins Dankholz.