Jestetten Student Martin Jehle kann durch seinen Roboter Nummer 5 sehen wie mit eigenen Augen

Der Student Martin Jehle aus Jestetten entwickelt mit einem Kommilitonen an der HTWG Konstanz eine neuartige Fernsteuerung für die Kamera seines Roboters Nummer 5 mithilfe einer Spezialbrille. Die Roboteraugen, durch die der Bediener sieht, werden per Kopfbewegung gesteuert, die Hände sind so frei für andere Aufgaben.

Martin Jehle aus Jestetten hat mit seinem Kommilitonen Frédéric Starnecker an der Hochschule für Technik und Gestaltung Konstanz einen Roboter entwickelt, dessen Kameras alleine über die Kopfbewegung des Anwenders gesteuert werden. Dies ist eine Erweiterung gegenüber bisherigen Steuerungen. Neu ist auch der Preis: Während bisher ein fünfstelliger Betrag nötig war, haben die Informatik-Studenten lediglich 500 Euro ausgegeben. Nicht umsonst haben Martin Jehle und Frédéric Starnecker ihr Werk Nummer 5 genannt. Der zirka 20 Zentimeter große Roboter erinnert mit seinen zwei Kameras auf einem langen Hals an die Filmfigur aus den 80er Jahren. Doch Jehles Nummer 5 führt kein Eigenleben wie sein Namensvetter. Die Studenten steuern, in welche Richtung der Roboter die Kameras ausrichtet – und dies alleine per Kopfbewegung. Möglich macht dies eine spezielle Brille, eine Oculus Rift. Sie zeigt das, was die Augen von Nummer 5 sehen, in Echtzeit auf einem Bildschirm vor den Augen des Brillenträgers – ganz gleich, wo der Roboter unterwegs ist. Gleichzeitig werden die Kopfbewegungen des Brillenträgers direkt an Nummer 5 übertragen. Da der Roboter mit zwei parallel stehenden Kameras bestückt ist, entsteht vor den Augen des Brillenträgers ein 3D-Effekt. Verblüffend schnell wähnt sich der Brillenträger tatsächlich in der Landschaft, in der sich der Roboter bewegt.

Vor allem in der Echtzeitübertragung per W-Lan und der Positionsänderung bestand die Herausforderung, die Jehle in seiner Abschlussarbeit des Bachelor-Studiengangs Angewandte Informatik in der Vertiefungsrichtung Software Engineering zu bewältigen hatte.

Die möglichen Einsatzgebiete des Roboters sind vielfältig. „Vorstellbar ist zum Beispiel die Untersuchung eines verseuchten Landstrichs, wie in Fuku shima, wo sich Menschen nicht aufhalten sollten oder in schwer zugänglichen Regionen wie Höhlen“, erläutert Martin Jehle. Der Vorteil der Entwicklung: Da die Kamerasteuerung per Kopfbewegung erfolgt, bleiben beide Hände des Anwenders für die eigentlichen Aufgaben frei. „Komplexe Roboter in der Forschung haben etliche Bedienelemente“, sagt der Jestetter, „wenn für die Kamerasteuerung die Hände nicht benötigt werden, ist dies eine große Erleichterung.“ Wie viel Zeit Martin Jehle und sein Kommilitone in die Programmierung gesteckt haben, können sie schwer beziffern. „Es ist in jedem Fall eine beachtliche Leistung, die komplette Server-Architektur zu entwerfen und umzusetzen“, sagt ihr betreuender Professor Oliver Bittel.

Er sieht in der Abschlussarbeit eine sehr gelungene Kombination sämtlicher im Studium erlernter Kompetenzen. Auch Redakteure der Computer-Zeitschrift c't waren beeindruckt und sahen die Entwicklung der Informatiker eines mehrseitigen Berichts würdig. Daraufhin haben die Studenten bereits Anfragen verschiedener Forschungseinrichtungen erhalten wie dem Forschungszentrum Jülich und der Uni Hamburg. Martin Jehle und Frédéric Starnecker entwickeln ihren Roboter ständig weiter. Inzwischen haben sie ihn um die Tonübertragung – ebenfalls in Echtzeit – ergänzt.

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