Im Gewann Nassenweg aber auch an anderen Orten kann man zahlreiche abgestorbene Obstbäume sehen. Doch diese Schäden haben nichts mit Trockenheit oder Borkenkäfern zu tun, sondern mit einem anderen, alt bekannten Schädling: Der Schermaus.

Diese gefangene Schwermaus misst 20 Zentimeter mit Schwanz.
Diese gefangene Schwermaus misst 20 Zentimeter mit Schwanz. | Bild: Ralf Göhrig

Nachdem der Altenburger Hobby-Gärtner, Manfred Hierholzer, zahlreiche junge Obstbäume durch Fraßschäden verloren hatte, suchte er einen Rat beim örtlichen BUND. Dieser hatte in den vergangenen Jahren ähnliche Probleme im Gewann Rothen, einem alten Rebhang, wo die Naturschützer zahlreiche alte Obstbaumsorten anpflanzten. Damit diese nicht verloren gehen, sondern auch weiterhin gedeihen können, setzte Andreas Merk, BUND-Vorsitzender, und seine Mitstreiter auf die klassische Methode. Zwar wird gegen die Schermaus auch Gift oder Gas eingesetzt, doch bei den Naturschützern wählte man das alte, mechanische Prinzip. Und so konnten die Schermausschäden in Jestetten gebannt werden.

Bis auf dem Stumpf abgefressene Wurzeln junger Obstbäume.
Bis auf dem Stumpf abgefressene Wurzeln junger Obstbäume. | Bild: Ralf Göhrig

Manfred Hierholzer nahm daher Kontakt mit Andreas Merk auf, der ihn in die Kunst des Schermausfangens einführte. Inzwischen konnte Hierholzer im Nassenweg in einem Zeitraum von knapp drei Monaten bereits mehr als 50 Schermäuse fangen. Er hofft, dass die Population nun so weit reduziert werden konnte, dass die jungen Obstbäume unbehelligt wachsen können und nicht absterben.

Mehr über die große Wühlmaus

Die Schermaus oder große Wühlmaus kommt in mehreren Unterarten vor und ist von Großbritannien über Mitteleuropa bis weit in den asiatischen Teil Russlands verbreitet. In Westeuropa kommt sie nicht vor. Im Wasser lebende Schermäuse werden bis zu 40 Zentimeter lang (mit Schwanz), terrestrisch lebende bis zu 25 Zentimeterlang und gehören zu den größten Wühlmäusen. Die Tiere sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Die Fortpflanzung findet im Sommerhalbjahr statt, die Tragedauer beträgt gut 20 Tage, die Wurfgröße kann mehr als zehn Jungtiere betragen. Nach Einschätzung der Roten Liste sind Schermäuse recht häufig und als ungefährdet geführt.