Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sprach sich bei ihrem Besuch in Jestetten ausdrücklich für die Stärkung der Haupt- und Werkrealschulen aus. „Es war eine Fehlentscheidung, die verpflichtende Schulempfehlung abzuschaffen und es rächt sich heute, dass es an vielen Orten keine Hauptschule mehr gibt“, sagte die Ministerin, denn dadurch sei die Realschule nicht gestärkt, wie eigentlich beabsichtigt, sondern viele Probleme erst geschaffen worden.

Bürgermeisterin Ira Sattler informiert Kultusministerin Susanne Eisenmann, Sabine Hartmann-Müller, Felix Schreiner und Schulrat Hans-Joachim Friedemann (vordere Reihe, von links) über die Schulentwicklung in Jestetten. Im Hintergrund Peter Haußmann, Hans Strittmatter und Wiebke Sigg.
Bürgermeisterin Ira Sattler informiert Kultusministerin Susanne Eisenmann, Sabine Hartmann-Müller, Felix Schreiner und Schulrat Hans-Joachim Friedemann (vordere Reihe, von links) über die Schulentwicklung in Jestetten. Im Hintergrund Peter Haußmann, Hans Strittmatter und Wiebke Sigg. | Bild: Ralf Göhrig

Dieser Ansicht schlossen sich Peter Haußmann, Rektor der Jestetter Realschule und Hans Strittmatter, Rektor der Grund- und Werkrealschule, an. Susanne Eisenmann folgte einer Einladung von Bürgermeisterin Ira Sattler nach Jestetten, um die Situation der Schulen vor Ort zu diskutieren. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner, die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller sowie der Leiter des Schulamts Lörrach, Hans-Joachim Friedemann waren in den Jestetter Zipfel gekommen.

Zipfellage macht es Schulen nicht leicht

Diese isolierte Lage der Gemeinde im Landkreis macht es den Schulen in Jestetten nicht leicht: das Einzugsgebiet ist eng begrenzt. Nichtsdestotrotz verfügt Jestetten mit der Realschule und der Werkrealschule über zwei weiterführende Schulen. Auch der Gemeinde als Schulträger sind diese Einrichtungen sehr wichtig – im Augenblick werden mehr als acht Millionen Euro in die Schulgebäude investiert.

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Architekt Jürgen Osswald informierte die Politiker über die aktuellen Baumaßnahmen. Dabei ging er auf zahlreiche gesetzliche Bestimmungen und die Restriktionen des Denkmalschutzes – speziell im Schulhaus in der Schaffhauser Straße – ein, die die Kosten nach oben treiben.

Architekt Jürgen Osswald (mit dem Rücken zur Kamera) erläutert die Sanierungsmaßnahmen im Schulgebäude.
Architekt Jürgen Osswald (mit dem Rücken zur Kamera) erläutert die Sanierungsmaßnahmen im Schulgebäude. | Bild: Ralf Göhrig

Bürgermeisterin Ira Sattler forderte die Ministerin auf, der besonderen Situation in Jestetten gerecht zu werden. „Wir brauchen Sonderregelungen, um unsere Schulen dauerhaft erhalten zu können“, forderte die Rathauschefin.

Hintergrund des Besuchs war die Einrichtung der Realschule in Klettgau, die nun in Konkurrenz zur Jestetter Schule tritt. Peter Haußmann erklärte in diesem Zusammenhang, dass in den vergangenen 60 Jahren gute Arbeit an der Realschule geleistet worden sei.

Ministerin Susanne Eisenmann und Felix Schreiner in einem Jestetter Schulraum.
Ministerin Susanne Eisenmann und Felix Schreiner in einem Jestetter Schulraum. | Bild: Ralf Göhrig

Hauptschulen als wichtige Bildungsform

Beide Schulleiter beklagten, dass durch die Entscheidung der Politik vor einigen Jahren der Ruf der Hauptschulen nachhaltig geschädigt wurde. Hans Strittmatter unterstrich die Notwendigkeit von Hauptschulen, die mit dem Hauptschul- und Werkrealschulabschluss die besten Voraussetzungen für eine Handwerkslehre bieten würden.

Ministerin Eisenmann sah diese Problematik und verwies auf die Durchlässigkeit der Schulformen. „Mit einem Hauptschulabschluss ist auch das Abitur möglich“, stellte die Ministerin fest und verwies auf eine Änderung des Schulgesetztes im November, die unter anderem eine Stärkung der kleineren Schulen vorsieht.

Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde (von links): Sabine Hartmann-Müller, Susanne Eisenmann, Ira Sattler, Felix Schreiner und Hans-Joachim Friedemann.
Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde (von links): Sabine Hartmann-Müller, Susanne Eisenmann, Ira Sattler, Felix Schreiner und Hans-Joachim Friedemann. | Bild: Ralf Göhrig