Obwohl es erst das 49. Preisträgerkonzert war, hatte es doch einen gewissen Jubiläums-Charakter. Zu besonderen Anlässen, im Rückblick auf die Entwicklung der Preisträgerkonzerte, tauchte immer wieder der Name Kudelka auf.

1999, also vor 20 Jahren, war sie die erste Künstlerin, die den Förderpreis erhielt. 2001 avancierten die Preisträgerkonzerte zur Konzertreihe. Die musikalische Eröffnung gestaltete damals Cathrin Kudelka in Tiengen. Seit 2006 finden diese Konzerte auch in St. Blasien sowie seit 2018 in Bonndorf statt. Ebenso an diesen Standorten war Cathrin Kudelka zur Eröffnung präsent.

Zum Auftakt in Nack erklang die Sonate in A-Dur für Violine und Klavier von Franz Schubert (1797 bis 1828). Auch als „Grand Duo“ bekannt, löste sich der Meister als 20-Jähriger mit dieser Sonate von seinem Vorbild Mozart und strebte Beethovens großartigem Schaffen nach. Zur Entstehungszeit des Werkes, 1817, arbeitete Schubert gleichzeitig an seinen großen Klaviersonaten.

Das könnte Sie auch interessieren

So bedachte er anlehnend daran in der Komposition für Violine und Klavier das Klavier mit einer tragenden Rolle. Diese ergriff Pianistin Kateryna Tereshchenko kraftvoll und meisterlich. Im Wechsel zwischen forsch und zart, modulierend zwischen Dur und Moll, schmerzhaft wehmütig und strahlend auflösend, musizierten die beiden Künstlerinnen eindrücklich und innig.

Virtuos wurde der Vortrag des Scherzos c-Moll aus der F.A.E. Sonate. Als Gemeinschaftskomposition von Franz Schumann, seinem Schüler Albert Dietrich sowie Johannes Brahms (Scherzo) entstand diese Sonate zu Ehren des hervorragenden Geigers Joseph Joachim.

Dem entsprechend anspruchsvoll an die violintechnischen Fähigkeiten angelegt, gelang Cathrin Kudelka diese Herausforderung überzeugend.

Nach einer kleinen Pause erfüllten fast schon impressionistische Klänge den Raum. Mit seinem kammermusikalischen Erstlingswerk übertrat Gabriel Fauré (1833 bis 1897) die Schwelle zu einer neuen französischen Musik, losgelöst von deutschen Vorbildern.

Von lyrisch über tänzerisch witzig, mit überraschend wechselnden Harmonieführungen bis zum Dialog, der fast schon wie ein Streitgespräch anmutet, sowie zur Auflösung in Dur beeindruckten beide Musikerinnen mit ihrer kraftvollen, künstlerischen Gestaltung. Abrundend verabschiedeten sich beide mit einer Zugabe vom begeisterten Publikum.