Jestetten Nein zur Friedenstafel an Siegessäule in Jestetten

Der Gemeinderat Jestetten lehnt mit großer Mehrheit den Antrag von Udo Schulze und einer Interessengemeinschaft ab, eine Friedenstafel an die Siegessäule anzubringen. Die Ratsmitglieder bringen in der jüngsten Sitzung ihre Bedenken vor.

Mit großer Mehrheit hat der Jestetter Gemeinderat den Plan, eine Friedenstafel an der Jestetter Siegessäule anzubringen in der jüngsten Sitzung abgelehnt. Udo Schulze und eine Interessengemeinschaft hatten bereits vor einigen Wochen den Antrag gestellt, eine solche Tafel an dem Bauwerk anzubringen und hierfür zu Spenden aufgerufen.

Bürgermeisterin Ira Sattler vertagte diese Entscheidung in der vorletzten Gemeinderatsitzung, um die Thematik genauer zu beleuchten und den Räten genügend Raum zu geben, sich mit dem Vorhaben zu beschäftigen. Sie gab zu bedenken, dass die Tafel, sollte sich der Gemeinderat dafür entscheiden, in ihrer Beschaffenheit genauso aussehen müsse, wie die vorhandenen Tafeln.

Konrad Schlude (CDU) lehnte eine entsprechende Tafel an der Siegessäule ab. „Die Siegessäule ist ein Gefallenendenkmal zum Gedenken an die Gefallenen“, stellte er fest. Außerdem wehrte er sich gegen den kursierenden Begriff „Kriegerdenkmal“.

Bei dem Bauwerk handelt es sich um ein Denkmal zur Erinnerung an den deutsch-französischen Krieg im Jahre 1870/71, das im Jahre 1912 erbaut und durch den Großherzog Friedrich II. von Baden eingeweiht wurde. Es nimmt Bezug auf die Siegessäule in Berlin und kann als Einheitsdenkmal bezeichnet werden, schließlich resultierte aus dem damaligen Krieg die deutsche Einheit.

Im Jahre 1922 widmete es die Gemeinde den Gefallenen des Ersten Weltkriegs, 1956 erhielt die Säule eine zusätzliche Tafel mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Jestetter Bürger.

Lothar Altenburger (CDU) führte aus, dass die Siegessäule im Laufe der Zeit zu einem Denkmal für die Gefallenen wurde. „Die Kriegsopfer sind Mahnmal genug gegen den Krieg“, sagte er und verwies auf die hohe Zahl an Gefallenen bei relativ geringer Bevölkerung.

Auch Klaus Reinicke (CDU) sprach sich in der Sitzung gegen eine, wie auch immer geartete Friedenstafel an dieser Stelle aus. „Eine solche Tafel passt nicht an dieses Denkmal“, befand Reinicke. Konrad Schlude kritisierte in diesem Zusammenhang eine grassierende Jubiläumsgedenkkultur, die der Sache, seiner Meinung nach, nicht dienlich sei.

Ira Sattler war der Meinung, dass eine Friedenstafel keine Wirkung habe und sprach sich dagegen aus. Ihr schlossen sich 15 Räte an, zwei Gemeinderäte stimmten dafür, ein Gemeinderat enthielt sich der Stimme.

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