„So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Hartmut Ruge, Feriengast aus Brandenburg, der eher zufällig bei einer Aufführung des Zirkus Stella gelandet war. „Dass Kinder zu solch außergewöhnlichen Leistungen fähig sind, hat mich beeindruckt“, sagte der pensionierte Landmaschineningenieur weiter.

In der Tat: Die Darbietungen im Zirkus Stella sind einer der absoluten Höhepunkte des Jestetter Kulturlebens – und dies seit mehr als 20 Jahren. In der jeweils letzten Woche der Sommerferien kommen die Zirkuspädagogen des Zirkus Mumm aus dem mittelfränkischen Wilhelmsdorf nach Jestetten, um mit etwa 50 Kindern eine Woche lang ein professionelles Zirkusprogramm einzustudieren, das am Wochenende, bei drei Vorstellungen aufgeführt wird.

Ein großer Verdienst gebührt hierbei Hans-Jürgen Blickle, alias Hagi, der seit 1990 als professioneller Bauchredner und Zauberer sowie als Dozent bei diversen Kinderzirkusprojekten arbeitet. Er versteht es, mehr aus den Nachwuchsartisten im Alter zwischen neun und 15 Jahren herauszuholen, als diesen wohl selbst möglich erscheint.

<strong>Mut und Sicherheit</strong> braucht es beim Balancieren über das Hochseil.
Mut und Sicherheit braucht es beim Balancieren über das Hochseil. | Bild: Ralf Göhrig

Schulkinder als Feuerschlucker, als Clowns, über Drahtseile balancierend, als Jongleure oder gar am Trapez durch das Zirkuszelt schwingend tragen die immerwährende Poesie, die atemberaubende Magie, die unglaubliche Atmosphäre des traditionellen Zirkus von der Manege ins Publikum, das verzaubert und beeindruckt das Zirkuszelt nach mehr als zwei Stunden wieder verlässt.

<strong>Atemberaubend:</strong> Eine Jestetter Nachwuchsartistin beim Feuerschlucken.
Atemberaubend: Eine Jestetter Nachwuchsartistin beim Feuerschlucken. | Bild: Ralf Göhrig

In diesem Jahr waren es rund 700 zahlende Besucher, die den Weg ins Zelt auf der Vreneleswiese fanden und damit eine neue Rekordzahl, was wiederum ein Ansporn für das kommende Jahr sein dürfte, wenn der Zirkus Stella zum 25. Mal in Jestetten gastiert.

Dass dieses Projekt solch eine nachhaltige Wirkung entfalten kann, liegt auch an den Verantwortlichen vor Ort. Bettina Valentin, Leiterin der Volkshochschule Jestetten-Lottstetten, welche die Schirmherrschaft inne hat und Franziska Lexer, als Koordinatorin der Zirkuswoche schaffen es, durch nimmermüden Einsatz, den Weg für einen reibungslosen Ablauf zu ebnen.

<strong>Besonderes Geschick</strong> brauchten die Kinder beim Spiel mit dem Diabolo.
Besonderes Geschick brauchten die Kinder beim Spiel mit dem Diabolo. | Bild: Ralf Göhrig

Hinzu kommen zahlreiche Helfer vor und hinter den Kulissen, nicht zuletzt die Eltern der mitwirkenden Kinder, die für die Betreuung der Kinder und die Bewirtung der Gäste sorgen – sicherlich trägt die kulinarische Versorgung der Zirkusbesucher zum abgerundeten Gesamtbild bei. Und dank der Spenden sowie der Mittagsverpflegung durch die Jestetter Gastronomie war dafür gesorgt, dass keine Wünsche übrig blieben.