Manfred Strauß ist im Jestetter Zipfel kein Unbekannter. Als langjähriger Vorsitzender des SV Altenburg, als Urgestein der Altenburger Fasnacht, als Jäger oder als ehemaliger Gemeinderat ist der 78-jährige den Menschen ein Begriff. Dass er aber seit 1953 Briefmarken sammelt und über eine riesige Auswahl ausländischer Marken verfügt, dürfte kaum jemand wissen.

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Zu dieser Leidenschaft ist Manfred Strauß als Zwölfjähriger gekommen. Der damalige Bahnhofsvorstand von Altenburg sammelte Briefmarken und der junge Manfred wurde von der Sammelleidenschaft infiziert. Am Anfang beschaffte er die Briefmarken auf Tauschbörsen oder über den Briefmarkenverein Singen, später informierte er sich über die Michel-Rundschau, eine Briefmarken-Fachzeitschrift und im 21. Jahrhundert dann über das Internet.

Albrecht Dürer ist Manfred Strauß‘ Favorit. Er besitzt mehrere Alben mit Dürerbriefmarken.
Albrecht Dürer ist Manfred Strauß‘ Favorit. Er besitzt mehrere Alben mit Dürerbriefmarken. | Bild: Ralf Göhrig

Manfred Strauß sammelt nur ausländische Briefmarken mit Motiven deutscher Künstler, Politiker, Wissenschaftler und sonstigen Personen des Zeitgeschehens, wie beispielsweise Papst Benedikt, Albrecht Dürer, Johann Wolfgang von Goethe oder Wernher von Braun.

Eine Briefmarke mit dem Porträt Wernher von Brauns aus Bolivien von 1983 aus der Strauß‘schen Sammlung.
Eine Briefmarke mit dem Porträt Wernher von Brauns aus Bolivien von 1983 aus der Strauß‘schen Sammlung. | Bild: Ralf Göhrig

Und er besitzt tatsächlich Marken aus aller Welt, darunter Exoten aus Nordkorea, der Karibik oder dem pazifischen Raum.

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„Früher“, sagt er, „war es mitunter ziemlich abenteuerlich, an die Marken zu gelangen.“ Er zieht einen Ordner heraus und zeigt einen Brief aus Kuba. „Da habe ich einfach nach Kuba geschrieben und gehofft, dass ich eine Antwort und die gewünschte Briefmarke erhalte. Und es hat funktioniert.“ Der Brief aus Kuba endet mit dem Kampfruf „Ob Krieg, ob Frieden, wir werden siegen“.

Und so ist mit der Zeit eine beträchtliche Sammlung zusammen gekommen. Manfred Strauß hat mehr als 1200 Briefmarkensätze, ordentlich sortiert und katalogisiert, ein wertvoller Schatz und ein Blick in die weite Welt, auch ein Fenster nach gestern. Doch Manfred Strauß möchte seine Sammlung nun abgeben. „Meine Töchter haben leider kein Interesse an den Briefmarken, aber es ist mir wichtig, dass die Sammlung in gute Hände gelangt“, erklärt Manfred Strauß.