Der Radweg zwischen Jestetten und Osterfingen wird noch in diesem Jahr gebaut werden. „Ein lang gehegter Wunsch geht damit in Erfüllung“, sagte Bürgermeisterin Ira Sattler in der jüngsten Gemeinderatsitzung. Nach vielen Anläufen und Widerständen, Problemen und sonstigen Widrigkeiten steht nun der Realisierung der vom Radverkehrskonzept des Landkreises Waldshut vorgesehenen Verbindung nichts mehr im Wege.

Auch der Kanton Schaffhausen plant seit längerer Zeit einen grenzüberschreitenden Radweg, der auf die Belange des Allragsradverkehrs und touristischer Nutzung im Naturpark ausgelegt ist. Dennoch war es, trotz Bestrebungen auf vielen Seiten, nicht ganz einfach, das Projekt auf den Weg zu bringen. Eigentlich war geplant, den Radweg parallel zur Landesstraße 165 (straßenbegleitend) durch das Wangental zu führen. Östlich der L 165 wäre dies jedoch mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden gewesen, da der Weg in den Steilhang hätte gebaut werden müssen.

Westlich der Straße liegt das Naturschutzgebiet „Wüster See“ und hier verbietet sich ein Radweg, zumal die technischen Aufwendungen auch in diesem Bereich enorm wären. Daher wird der Radweg jetzt auf bestehenden Wegen am westlichen Hangfuß realisiert werden.

Am westlichen Hangfuß wird der Radweg auf einem bestehenden Forstweg realisiert.
Am westlichen Hangfuß wird der Radweg auf einem bestehenden Forstweg realisiert. | Bild: Ralf Göhrig

Am deutsch-schweizerischen Grenzübergang verläuft der Radweg künftig unterhalb der Achtmannshalde auf dem forstwirtschaftlich genutzten Weg. Ab der Gemarkung Jestetten wird ein forstlicher Maschinenweg genutzt und lediglich im Gewann „Unter Dorgenmatt“ ist ein kurzes Stück Wegneubau notwendig.

„Da wir uns im Naturschutzgebiet befinden, kann der Weg nicht asphaltiert werden, sondern mit einem feinkörnigen Splitbelag versehen“, erklärte Bauamtsleiter Oliver Roller. Dies sei zwar eine Einschränkung für Rennradfahrer, für den Freizeitnutzer jedoch kein Problem.

„Leider konnte nicht die optimale Trassenführung gewählt werden, da sich ein Grundstückseigentümer weigerte, sein Land zu verkaufen“, bedauerte die Bürgermeisterin. Ein Enteignungsverfahren hätte den Bau sicherlich um Jahre verzögert. Nun wird der Radweg beim Abzweig des Löchlewegs in die L 163 einmünden. Hier ist eine Überquerungshilfe und eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 Kilometer pro Stunde vorgesehen. Der Anschluss an den Radweg im Gewann Kreuzweg soll später realisiert werden.