„Wir sind angekommen und fühlen uns sehr wohl hier“, sagte „Josi Plauen“ sichtlich bewegt bei der Vernissage seiner Ausstellung „Zauber des Lichts“. Gerührt war der Jestetter Kunstmaler auch über die über 100 Besucher, die ihm die Ehre gaben. Nach den Ausstellungen anlässlich seines 50. und 60. Geburtstages war es mittlerweile seine dritte Vernissage im Jestetter Rathaus.

Die Vernissage „Zauber des Lichts“ war auch ein Treffpunkt von ehemaligen Malschülern des Jestetter Kunstmalers Josi Plauen. Bild: Güntert
Die Vernissage „Zauber des Lichts“ war auch ein Treffpunkt von ehemaligen Malschülern des Jestetter Kunstmalers Josi Plauen. | Bild: Thomas Güntert

Der 68-Jährige erzählte, dass er fast auf den Tag genau vor 30 Jahren mit seiner Familie vom südlichsten Zipfel der ehemaligen DDR in den südlichen Zipfel der Bundesrepublik kam. Zwei Monate vor dem Mauerfall verließ er mit seiner Frau Elke und den Kindern Daniela und Pascal die Heimatstadt Plauen und ist nach Jestetten gezogen. Der Kontakt kam durch einen Schweizer Verwandten zustande. „Die grenzenlos schöne Landschaft lässt das Herz eines jeden Künstlers höher schlagen“, sagte Singer.

Zahlreiche Besucher kamen ins Jestetter Rathaus zur Vernissage der Ausstellung „Zauber des Lichts“ vom Jestetter Kunstmaler Josi Plauen (links).
Zahlreiche Besucher kamen ins Jestetter Rathaus zur Vernissage der Ausstellung „Zauber des Lichts“ vom Jestetter Kunstmaler Josi Plauen (links). | Bild: Thomas Güntert

Schon bald nach seiner Ankunft zog er mit dem Aquarellblock vom Schwarzwald über die Weinberge des Klettgaus zu den Vulkankegel im Hegau und an den Rhein. 1997 gründete er in Jestetten eine Malschule und besuchte ein Fernstudium an der Kunstschule in Zürich, damit er auch bei der Migros Clubschule und bei Pro Senectute in Schaffhausen tätig werden konnte. Wöchentlich unterrichtete Singer bis zu 80 Malschüler. Singer ist stolz und betont, dass bei der letzten Schaffhauser Kunstausstellung zehn Prozent der Ausstellenden bei ihm das Malen gelernt haben.

Der Jestetter Kunstmaler Jochen Singer alias „Josi Plauen“ malt mehr mit dem Herzen wie mit den Augen.
Der Jestetter Kunstmaler Jochen Singer alias „Josi Plauen“ malt mehr mit dem Herzen wie mit den Augen. | Bild: Thomas Güntert

Malen ist für Singer ein Lernprozess, etwas bewusst zu sehen und das Gesehene handwerklich korrekt zur eigenen Zufriedenheit darzustellen. „Sowohl bei der abstrakten wie auch bei der gegenständlichen Kunst sollte man lieber mit dem Herzen als mit dem Auge malen.“ Er wünscht sich, dass die Bilder seiner Ausstellung von der Seele her auf die Betrachter wirken.

Jochen Singer freute sich über ein Geschenk einer ehemaligen Malschülerin.
Jochen Singer freute sich über ein Geschenk einer ehemaligen Malschülerin. | Bild: Thomas Güntert

„Als ich heute Morgen ins Rathaus kam, erzeugten die Bilder in mir ein Wohlgefühl und hoben meine Stimmung“, sagte Ira Sattler, als sie die Ausstellung eröffnete. Die Jestetter Bürgermeisterin stellte die Frage in den Raum „Was ist Kunst“ und beantwortete sie mit dem Zitat des Dichters Jean Paul: „Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens“. Sattler erklärte, dass Kunst im Allgemeinen vielleicht nicht lebensnotwendig sei, aber wesentlich dazu beiträgt, unseren Alltag zu verschönern. Dann schickte sie die Besucher auf eine spannende Entdeckungsreise mit jeweils 17 Ölgemälden und Pastellbilder.

Die Ausstellung kann noch bis zum 29. November während den Öffnungszeiten im Jestetter Rathaus besucht werden.