Das Kinder- und Jugendskilager des Ski- und Snowboardclub Jestetten (SSCJ) in Splügen ist ein jährlicher Höhepunkt für den Skinachwuchs: So macht Skifahren Spaß – vier Tage Sonne satt, dazu weiße Berge und beschneite Pisten. 42 Teilnehmer waren beim jüngsten Jugendskilager in Splügen, Graubünden, mit dabei. Dazu kamen neun Betreuer und drei Köche – so waren Hütte und Bus vollkommen ausgebucht.

"Das Interesse steigert sich von Jahr zu Jahr", sagt Matthias Kübler. Der Vereinsvorsitzende sieht in dieser Aktivität auch die Chancen, die Zukunft des Clubs positiv zu beeinflussen. "Viele unserer heutigen Skilehrer waren früher als Jugendliche in Splügen dabei. Der Ausflug macht enorm viel Spaß und bindet den Nachwuchs an den Verein."

Ein bewährter Splügen-Routinier ist Andreas Schaaf, vor mehr als 30 Jahren war er bereits am Start. Und er mischt auch weiterhin mit als Betreuer und Skilehrer. So sind inzwischen auch seine eigenen Kinder Stamm-Teilnehmer beim Camp. Gemeinsam mit den anderen Kindern wird die Ausfahrt zu einem großen Erlebnis. Ob ein heißes Skirennen oder das Fahren mit einem Gleitschirm um die Hüften. Dem Skinachwuchs wird einiges geboten. Und auch abseits der Piste stehen Vergnügen und Spannung auf dem Programm, wenn etwa die Fackeln angezündet werden und es auf eine Nachtwanderung geht.

Die Betreuer sind dabei vier Tage im Dauereinsatz, muss eine Schar von 42 jungen Menschen doch erst einmal unter Kontrolle gebracht werden. "Das fängt schon damit an, dass man bei den Jüngeren darauf achten muss, dass sie sich auch die Zähne putzen", erklärt Kübler mit einem Lächeln. "Wir sind jedoch kein Elternersatz und bauen ein Stück weit auf Selbstständigkeit. Für die Kinder ist es spannend, mal alleine auf Reisen zu sein und selbst Verantwortung zu übernehmen." Gibt es dann doch mal ein Problem, stünden die Skilehrer natürlich Tag und Nacht zur Verfügung, betont Kübler.

Im Zuge der Digitalisierung hat sich bei solchen Ausfahrten auch der Fokus ein wenig verändert. Saß man früher auf Hütten noch den ganzen Abend zusammen zum Reden und Spielen, sind heutzutage viele Kinder ausgestattet mit Handy, Laptop oder Tablet. "Wir hatten auch schon den Fall, dass ein Teilnehmer gleich seine Mehrfachsteckdose mitgebracht hat, um alle elektronischen Geräte anstöpseln zu können", erzählt Kübler – schränkt aber auch gleichzeitig ein. "Zum Glück hält sich das alles bei unseren Ausflügen noch in Grenzen und artet nicht aus. Es ist immer schön, wenn die Kinder noch gemeinsam etwas unternehmen."

Der Spaß, der kommt beim SSCJ auf jeden Fall nie zu kurz. Und wenn dann auch noch die Pisten und das Wetter mitspielen, dann steht dem puren Skivergnügen nichts mehr im Wege. "Es war mal wieder ein tolles Lager", sagt der neunjährige Lui. Der Ski-Youngster bereits zum zweiten Mal dabei, der Termin für den nächsten Splügen-Trip ist auch schon fest im Kalender markiert. Immer zwischen Weihnachten und Neujahr geht es nach Graubünden. Und auch, wenn es für Kübler, Schaaf und die anderen Betreuer mit reichlich Arbeit verbunden ist, gibt es kein Rütteln an diesem Skilager. "Die Kids haben so viel Freude, da setzt man sich doch gerne ein, auch wenn man danach erst mal ordentlich durchpusten muss", sagt Schaaf nach der Rückkehr in Jestetten zufrieden.