Jestetten – Der Naturpark Schaffhausen macht seinem Namen alle Ehre, denn inzwischen hat sich, zumindest als Gast, eine weitere Tierart zwischen Randen und Hochrhein eingefunden: Der Luchs.

Bereits vor einigen Jahren hat Forstwirt Peter Dötzel berichtet, ein solches Tier im Jestetter Wald gesehen zu haben – was allerdings von seinen Arbeitskollegen und dem zuständigen Förster angezweifelt wurde. Diese Zweifel waren jedoch rasch beseitigt, als nur wenige Tage später im schweizerischen Klettgau ein besenderter Luchs aus dem Jura eingefangen und in seine Heimat zurückgebracht wurde.

Lange Zeit war es dann ruhig um die große Katze, Jäger und Waldbesucher berichteten zwar von Rothirschen, Marderhunden oder Waschbären im Zollausschlussgebiet, zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte freilich keine dieser Arten. Dies scheint in diesem Januar anders zu sein. Zunächst berichtete Forstwirtin Kati Klotz, dass sie Luchsfährten im Distrikt Visoloh gesehen habe. Und eine Woche später informierte die Jestetter Jägerin Susanne Bommer den zuständigen Förster über Luchsfährten im Distrikt Heuberg. Durch die dünne Schneedecke im Wald waren die Spuren sehr gut zu erkennen und auch zu bestimmen. Während Hunde eher längliche Pfotenabdrücke hinterlassen, sind die Fährten eines Luchses rund. Der Durchmesser von rund sieben Zentimeter schließt dabei definitiv eine Hauskatze aus. Ob der Jestetter Luchs hier eine Heimat gefunden hat oder sich lediglich auf der Durchreise befindet ist nicht geklärt. Susanne Bommer jedenfalls freut sich über diese scheue Wildart im Wald.

Der Eurasische Luchs ist bei einer Länge zwischen 80 und 120 Zentimetern und einer Schulterhöhe zwischen 50 bis 70 Zentimeter rund 25 Kilogramm schwer. Die durchschnittliche Reviergröße des Tiers umfasst rund 250 Quadratkilometer, also in etwa die Größe des Naturparks Schaffhausen. Zur Beute gehören hauptsächlich Rehe, jedoch frisst der Luchs alle kleineren Säugetiere und Vögel. Aas wird von Luchsen in der Regel nicht gefressen. In Deutschland war der Luchs zur Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben und wurde in den Alpen, im Harz oder Bayerischen Wald aber auch in den Vogesen und im Jura wieder angesiedelt. Heute gilt der Luchs als stark gefährdet und darf nicht bejagd werden.