Um die Zukunftsfähigkeit der Markusgemeinde ging es am vergangenen Wochenende bei der Klausurtagung des evangelischen Kirchengemeinderates. Trotz guter Gottesdienstbesuche von durchschnittlich 50 Personen blickt man auch in Jestetten einer unsicheren Zukunft entgegen, denn jüngere Menschen, gar Jugendliche fühlen sich nur selten von der herkömmlichen Form des Gottesdienstes angesprochen. Nun sind jegliche Maßnahmen Gottesdienstformen zu verändern immer ein zweischneidiges Schwert.

Bedürfnis nach christlicher Gemeinschaft

„Es ist nichts gewonnen, wenn die Anhänger des traditionellen Gottesdienstes auf Grund von Veränderungen nicht mehr kommen, andere Zielgruppen aber dennoch fortbleiben“, stellte Pfarrerin Sibylle Krause fest. Gleichwohl steht fest, dass es in der Bevölkerung ein großes Bedürfnis nach christlicher Gemeinschaft gibt, auch und vor allem bei jungen Menschen und Familien. Freie evangelische Gemeinden boomen und beweisen damit, dass Kirche auch im 21. Jahrhundert attraktiv sein kann. Daher fragten sich die Jestetter Kirchengemeinderäte, welche Bedürfnisse Menschen an einen Gottesdienst richten. Und sie kamen zu einer langen Liste an sicheren und vermuteten Ergebnisse.

Lebendigkeit einer Gemeinde

So stellt die Gemeinschaft und Lebendigkeit einer Gemeinde und eines Gottesdienstes ein wichtiges Element dar. Als genauso wichtig wurde eine Mehrstimmigkeit, also die Verteilung der Aufgaben während des Gottesdienstes auf mehrere Schultern erachtet. Gottesdienstbesucher wünschen eine Wohlfühlatmosphäre, eine Ruheinsel sowie eine Heimat und möchten sich problemlos am Gottesdienst beteiligen – was bei einer komplexen Liturgie für „Neulinge“ schwierig sein könnte. Diese gewohnte Liturgie allerdings ist für viele wiederum ein fester Bestandteil, der zur Sicherheit führt.

Bedürfnisse von jungen Menschen im Blick

Als elementarer Bestandteil eines Gottesdienstes werden das Lob Gottes und die Anbetung angesehen, was wiederum mit der musikalischen Begleitung zu tun hat. Auch bei der Musik scheiden sich die Geister. Während alte Kirchenlieder von den einen als elementar angesehen wird, wünschen sich junge Menschen mehr zeitgemäße Musik und auch eine zeitgemäße Sprache.

Der Kirchengemeinderat wird sich in den nächsten Monaten mit den, bei der Klausurtagung gewonnenen Erkenntnissen auseinandersetzen und versuchen, das was umgesetzt werden kann, umzusetzen. Denn eines ist sicher, wie Petra Oellerking-Mumme feststellte: „Ohne junge Menschen wird es in Zukunft keine Kirche mehr geben.“