Während das Wetter und der Buchdrucker den Fichten auch im Gemeindewald Jestetten zusetzen, gibt es doch auch viel Positives aus dem östlichen Landkreis zu berichten. Die Jestetter Bürgermeisterin Ira Sattler hat sich dieser Tage anlässlich einer Waldbegehung davon überzeugt, dass der heimische Forst noch nicht verloren ist.

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Fichtenflächen wurden in den vergangenen 40 Jahren nicht mehr angelegt. Stattdessen haben die zuständigen Forstleute auf die Naturverjüngung gesetzt. Insbesondere im Distrikt Hinterberg entstand seit den 1980er Jahren, als der damalige Förster Willi Stroppel damit begann, die Buchen zu verjüngen, eine mehr als 30 Hektar große Buchendickung. Sie hat sich inzwischen zu einem stattlichen Jungwald entwickelt. Die jungen Buchen sind in den älteren Bereichen bereits knapp 20 Meter hoch und weisen einen Durchmesser zwischen 15 und 20 Zentimetern auf. Als Mischbaumarten finden sich hier Lärchen, Kirschen und Ahornbäume.

Die größten Exemplare sind rund drei Meter hoch, wie dieses Bild mit Forstwirtin Kati Klotz anschaulich zeigt. Bilder: Ralf Göhrig
Die größten Exemplare sind rund drei Meter hoch, wie dieses Bild mit Forstwirtin Kati Klotz anschaulich zeigt. | Bild: Ralf Göhrig

Dort, wo es aus verschiedenen Gründen, beispielsweise Sturmschäden oder Käferbefall, eine Kahlfläche gab, setzten die Verantwortlichen in Jestetten auf Lichtbaumarten wie die Eiche, deren Anteil am Gesamtwald seit 1990 von acht Prozent auf 15 Prozent der Gemeindewaldfläche fast verdoppelt werden konnte. Und mag die Klimaerwärmung für die Fichte, eine nordische und im Gebirge verbreitete Baumart, das Todesurteil am Hochrhein bedeuten, für die Eichen-Arten brechen dagegen traumhafte Zeiten an.

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Vor rund 7000 Jahren, im Altantikum, einer Warmzeit mit Temperaturen, die 2,5 Grad Celsius über den heutigen Werten lagen, breiteten sich die Eichen in Mitteleuropa aus und wurden hier zu einem Eckstein der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung. Noch liegen die Temperaturwerte nicht ganz so hoch wie seinerzeit, dennoch entwickeln sich die in den vergangenen Jahren angebauten Eichen prächtig. „Das ist der Wahnsinn“, entfuhr es der Bürgermeisterin, als sie eine Eichenfläche in Altenburg besichtigte. Dort sind die charakteristischen Laubbäume, vor zwei Jahren gepflanzt, mustergültig gewachsen. Die größten Exemplare sind deutlich mehr als drei Meter hoch und haben somit pro Jahr ein Höhenwachstum von gut einem Meter hingelegt. Werte, die man von der Eiche so eigentlich nicht kennt. Dazu muss man bedenken, dass es in den vergangenen zwei Jahren nicht nur wenig geregnet hat, sondern der Altenburger Wald auf nährstoffarmem, trockenen Kies steht.

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„Besonders die vom Menschen geprägten lichten Eichenwälder sind ein El Dorado für die Artenvielfalt“, stellte Bernhard Egli, Projektleiter Natur, vom Naturpark Schaffhausen fest. In Zusammenarbeit mit dem Naturpark ist der Artenschutz ein wesentliches Merkmal bei der Bewirtschaftung des Jestetter Gemeindewaldes. Die Bürgermeisterin freut sich darüber, dass der Wald in jeder Hinsicht eine Bereicherung für die Gemeinde ist, ökonomisch, ökologisch und an landschaftlicher Schönheit kaum zu überbieten.