In 81 Tagen durchquerte Berthold Danner Deutschland von Nord nach Süd zu Fuß. An Ostern startete er die 1700 Kilometer lange Wanderung in Krusau, das 1920, nach dem Ersten Weltkrieg in Folge der deutschen Gebietsabtretungen an Dänemark angegliedert wurde. Von hier ging es über Flensburg an der Ostsee entlang über Kiel und Lübeck. Dann führte die Route den 65-jährigen Jestetter zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze bis zum Rennsteig Thüringen und von hier aus nach Coburg, von Nürnberg über den Jakobsweg nach Ulm und an der Barockstraße entlang an den Bodensee, bis er schließlich Ende Juli wieder wohl behalten in Jestetten eintraf.

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Große Planungen gab es nicht, die Laufrichtung hieß: Süden! „Wenn es kein Tagesziel gibt, kann man sich nicht verlaufen“, sagte der rüstige Rentner im Gespräch mit dieser Zeitung. So startete der Fernwanderer jeden Morgen meist ohne zu wissen, wo er die kommende Nacht schlafen würde. Die Tagesetappen waren zwischen 15 und 37 Kilometer, im Schnitt 25 Kilometer lang. Sie endeten in der Regel in einer größeren Ortschaft, wo die Chance auf eine Unterkunft gegeben war.

Berthold Danner im Harz an der Grenze zur ehemaligen „DDR“.
Berthold Danner im Harz an der Grenze zur ehemaligen „DDR“. | Bild: privat

Im Verlauf seiner dreimonatigen Tour übernachtete Danner in Pensionen, Jugendherbergen, Klöstern, Privatunterkünfte und im eigenen Zelt. Die Suche nach Unterkunft war ein spannender Teil seiner Reise, dadurch kam es zu interessanten Begegnungen. „Die wichtigste Voraussetzung ist Zeit“, meinte Danner weiter. „Da ich Städte mied und häufiger in Dörfern unterwegs war traf ich viele Leute und als Fußgänger kommst du schnell ins Gespräch. Ich durfte mir öfters ganze Lebensgeschichten anhören.“ 95 Prozent der Begegnungen waren demnach äußerst positiv und die restlichen fünf Prozent habe er bereits vergessen. „Überall waren die Leute freundlich, hilfsbereit und offen“, stellte Danner abschließend fest.

Blick in GPS-Aufzeichnungen

32 Prozent der Bundesrepublik sind bewaldet und daher liegt für Berthold Danner die bevorzugte Wanderstrecke im Wald. Laut seiner GPS-Aufzeichnungen nutzte er zu 50 Prozent Waldwege, zu 25 Prozent Feldwege, zu 15 Prozent asphaltierte Radwege und lediglich zehn Prozent öffentliche Straßen. Es war nicht seine erste Wanderreise aber bisher die Längste. „Es hat mir jeden Tag Spaß gemacht“, meinte der Wanderer, das Wetter sei unwichtig, die Landschaften sehr vielseitig und Blasen gab es offenbar keine. Seine Erlebnisse dokumentierte er auf einem Reiseblog im Internet (www.dreckschuhe.eu).