Nach schwerer Krankheit ist Rainer Denzel im Alter von 78 Jahren gestorben. Sein Tod reißt eine große Lücke im gesellschaftlichen Leben des Zollausschlussgebietes und darüber hinaus. Der am 12. Januar 1941 in Singen geborene Denzel war ein Motor des Vereinslebens und des Ortsgeschehens, sein unermüdliches Engagement hat Jestetten nachhaltig geprägt.

Blick in die Biografie

Nach seinem Lehramtsstudium in Freiburg kam Rainer Denzel am 28. April 1964 als Lehrer an die Jestetter Volksschule, wo er im Jahr 1973 den Posten des Konrektors übernahm. Zehn Jahre später, am 27. Juni 1983, wurde Rainer Denzel zum Rektor der Grund- und Hauptschule ernannt, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung am 21. Januar 2003 inne hatte. Sein privates Glück hatte er mit Maria, geb. Höfler, gefunden, die er am 2. August 1969 heiratete. Aus der Ehe sind drei Kinder – Sabine (1974), Simone (1978) und Ralph (1984) – und sechs Enkelkinder hervorgegangen.

Im Einsatz für die Politik und die Vereine

Die Ortspolitik lag Rainer Denzel sehr am Herzen, für die Freien Wähler saß er ab Juni 1979 mehr als 30 Jahre lang im Gemeinderat. Er war Fraktionssprecher und Vorsitzender der Freien Wähler. Rainer Denzel war Gründungsmitglied des Jestetter Narrenvereins und Obernarr, bei der Narrenvereinigung Kleggau war er in den Jahren 1990 bis 2010 Präsident und anschließend Ehrenpräsident.

Jestetter Dorfchronik

Als Mitglied in zahlreichen Vereinen war er in vielen Vorständen aktiv, er war Mitglied der legendären Mus-Band und auch der erste Pianist des Nasholim-Gospelchors. Rainer Denzel war aber auch als Berichterstatter des SÜDKURIER unterwegs. 30 Jahre lang, zwischen 1969 und 1999 als regulärer Freier Mitarbeiter und danach, quasi als Stand-By-Reporter, bis wenige Tage vor seinem Tod. Und dann war Rainer Denzel die tragende Säule der Jestetter Dorfchronik. Seit der Neugestaltung der Chronik im Jahr 1974 fasste Denzel das jährliche Dorfgeschehen in Worte. Mehr als 10 000 Einzelbeiträge auf rund 1000 Seiten sind hierzu in den vergangenen 45 Jahren zusammengekommen. Dazu kommen nochmals etwa 130 Berichte für die Chronik in dieser Zeit. Mit Rainer Denzel verliert Jestetten eine einzigartige Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, die zwar nicht immer bequem war, jedoch voll unermüdlichem Engagement. Und die Früchte seines Wirken leuchten noch lange über seinen Tod hinaus.