So etwas gibt es nur in Altenburg und beweist, dass das Dorfleben noch funktionieren kann – auch ohne Dorfbeiz. Auf dem Retschhaldenhof steht die Altenburger Saftpresse und da die Arbeit gemeinsam mehr Spaß macht, als alleine, pressen die Altenburger ihr Obst auch gemeinsam. Und so entstand im vergangenen Jahr die Idee, das kollektive Pressen gemeinsam ausklingen zu lassen. Die Idee zum ersten Altenburger Mostfest war geboren und im Laufe dieses Jahres wurde der Termin für diesen Event auf den 18. Oktober terminiert.

Markus Binkert bedient die Presse aus der bernsteinfarbene Saft strömt. Bilder: Ralf Göhrig
Markus Binkert bedient die Presse aus der bernsteinfarbene Saft strömt. | Bild: Ralf Göhrig

Recht schnell verbreitete sich die Kunde, dass an jenem Freitag im Nassenweg Äpfel gepresst werden und dann geschah etwas Altenburg-Typisches: Die Leute brachten Obst, Kartoffelsuppe, Kürbissuppe, Würste aus heimischer Jagd, selbst gebackenes Brot und Hefezopf, die eine oder andere Flasche Wein und Bier und natürlich auch genügend Kaffee und sonstige regionale Köstlichkeiten mit zum Retschhaldenhof. Markus Binkert bediente die Obstpresse, vorher hatte Armin Schmidt noch dafür gesorgt, dass die Stromleitung entsprechend abgesichert war und die Aktion nicht an einer solchen Nebensächlichkeit scheitern würde.

Teilnehmer bringen Verpflegung selbst mit

Die Initiatoren der Aktion, Robert Binkert und Peter Kübler, waren überwältigt von der Resonanz. „Die Idee war, eine alte Tradition dörflichen Lebens wieder aufzunehmen“, sagte Robert Binkert. Und der kleine Ort im östlichen Landkreis hat einmal mehr bewiesen, dass spontane Feste, zu denen die Teilnehmer die Verpflegung selbst mitbringen, auch noch im 21. Jahrhundert möglich sind.

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Auch wenn die Apfelernte im Jahr 2019 eher übersichtlich ausgefallen war, hatten die Altenburger unglaublichen Spaß und ließen sich selbst vom einsetzenden Regen den Genuss von frisch gepressten Saft und Wurst nicht vergällen.