Die Meinung war geteilt über die Fällaktion an der Kreisstraße zwischen Altenburg nach Rheinau, der etwa 250 Bäume, darunter etwa 50 große, zum Opfer gefallen sind. Die Einen waren froh, dass endlich wieder eine Aussicht auf den Rhein vorhanden ist, die Anderen waren zufrieden, dass die Gefahr vor herabfallenden Bäumen gebannt war; die Anderen sahen einen Frevel an der Natur und brachten überhaupt kein Verständnis für das Fällen von Bäumen entlang der Rheinauer Straße auf.

Nach dem Fällen der Bäume entstand eine braune, trostlos wirkende Fläche im Hang.
Nach dem Fällen der Bäume entstand eine braune, trostlos wirkende Fläche im Hang. | Bild: Ralf Göhrig

Zwei Wochen lang war die Kreisstraße im vergangenen Dezember gesperrt, nachdem die Straßenmeisterei Lauchringen eine große Gefährdung des Straßenverkehrs erkannt hatte. Allerlei Schlinggewächs hatte die, dem Licht entgegenwachsenden Robinien und dadurch im 45-Grad-Winkel über der Straße hängenden Bäume, noch weiter nach unten gezogen. Dadurch kam es bei jedem Starkregenereignis zum Umstürzen einzelner Bäume oder von Ästen, die dann die Straße blockierten. Glücklicherweise war es hierdurch nie zu Verkehrsunfällen gekommen, doch auf Dauer konnten die Verantwortlichen nicht länger die Augen vor einem drohenden Unglück verschließen.

Mit schwerem Gerät waren die Jestetter Waldarbeiter angerückt.
Mit schwerem Gerät waren die Jestetter Waldarbeiter angerückt. | Bild: Ralf Göhrig

Eigentlich sind die Waldbesitzer für die Sicherheit der angrenzenden Straßen verantwortlich, allerdings waren die zahlreichen Privatwaldbesitzer in diesem steilen Hangbereich mit dem Fällen der Bäume überfordert, weshalb die Straßenmeisterei das Kreisforstamt um Hilfe bat. Und so rückten die Waldarbeiter der Gemeinde Jestetten aus, einen Streifen von cirka 20 Metern Breite auf der Hangoberseite und eine Baumreihe unterhalb der Straße zu fällen.

Im August ist dieser Bereich wieder grün und die jungen Bäume (Stockausschläge) sind bereits über einen Meter hoch. Selbst dem Fuchs (auf der Straße) scheint es hier zu gefallen.
Im August ist dieser Bereich wieder grün und die jungen Bäume (Stockausschläge) sind bereits über einen Meter hoch. Selbst dem Fuchs (auf der Straße) scheint es hier zu gefallen. | Bild: Ralf Göhrig

Kaum waren die Bäume gefällt, gab es an den Altenburger Stammtischen rege Diskussionen, ob diese Maßnahme notwendig gewesen sei. Und während die Befürworter der Aktion zufrieden waren, mutmaßten die Skeptiker, dass die „brauen Narben im Hang“ nie verheilen würden. Allerdings hat sich inzwischen, wie von den Fachleuten prognostiziert, ein dichter Bewuchs von jungen Buchen und Robinien, die teilweise bereits zwei Meter hoch sind, eingestellt, und der Hang leuchtet in hellem Grün. Außerdem ist die Gefahr herunterstürzender Bäume für die kommenden beiden Dekaden wohl gebannt.