Es stand ganz unscheinbar, als Tagesordnungspunkt 10.5 auf der Tagesordnung der Gemeinderatsitzung, doch genau dieses Thema hatte es in sich. Mit rund 30 Personen waren die Zuhörer in Vergleich zu den Gemeinderäten in deutlicher Überzahl und es gab im ganzen Rathaus fast keine Sitzgelegenheiten mehr – jedenfalls keine rasch verfügbaren.

Die Errichtung einer Funkübertragungsstelle mit einem Stahlgitter in der Klettgauer Straße 10a war das Thema, denn der Jestetter Gemeinderat hatte vor geraumer Zeit die Errichtung einer Antenne auf dem Schulgebäude abgelehnt, weil es Bedenken gab, die Strahlung könne die Schüler beeinträchtigen. Nachdem Jestetten nach wie vor ein weißer Fleck auf der Landkarte darstellt, zumindest was die Versorgung mit brauchbarer Funktelefonverbindung anbelangt, war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Variante vor dem Gemeinderat verhandelt wurde.

Lebhafte Debatte im Rat

„Jetzt sind wir genau an dem Punkt, den ich bereits bei der damaligen Sitzung prophezeit habe“, sagte Jürgen Osswald (CDU), „die Telekom beantragt einen Mast auf ihrem Grundstück in der Klettgauer Straße.“ Und dieser Mast soll eine Höhe von 25 Metern haben und damit sogar den Kirchturm der evangelischen Kirche in unmittelbarer Nähe überragen.

„Dieses Bauvorhaben ist zulässig und wir können zwar unser Einvernehmen versagen, das Projekt aber nicht verhindern“, stellte Bürgermeisterin Ira Sattler fest. Dass die Anwohner wenig begeistert sind ist nachvollziehbar. Sie hätten gerne in die Diskussion eingegriffen, allerdings ist dies nicht zulässig.

Lothar Altenburger (CDU) war hingegen der Meinung, dass man sich rasch an den Mast gewöhnen würde, doch damit stand er ziemlich alleine da.

Während einige Gemeinderäte grundsätzliche Bedenken gegen den LTE-Ausbau hatten, störten sich die meisten anderen an dem wenig dekorativen Bauwerk. „Dieses Problem haben wir nur, weil wir den ursprünglichen Vorschlag abgelehnt haben“, sagte Henry Brückel (Grüne) und zeigte das Dilemma, dass jeder ein Handy haben möchte, aber keine Funkmasten.

Schließlich kristallisierte sich der Vorschlag heraus, erneut mit der Telekom in Verhandlung zu treten, um nochmals den ursprünglichen Antennenstandort auf dem Schulgebäude ins Auge zu fassen. Dort auf dem Dach würde die etwa zwei Meter hohe Antenne nicht auffallen. 14 Gemeinderäte stimmten für diesen Antrag, während fünf Räte grundsätzliche Bedenken hatten und dagegen stimmten.