Ein angenehmes Pendant zum Einkaufstrubel in Großmärkten: persönliche Gespräche, Beratung und Empfehlungen, übersichtlich und nicht zuletzt regional, frisch und neuerdings auch Bio – das ist der Dorfladen in Altenburg. Entspanntes Einkaufen ist dort noch möglich.

Seit Juli 2013 fungiert der Nachbarschaftsladen als gute Nahversorgung mit Grundnahrungsmitteln, frischen Backwaren, Obst und Gemüse sowie Produkten des täglichen Bedarfs zu fairen Preisen als eingetragene Genossenschaft. Aktuell zeichnet die Genossenschaft 335 Mitglieder mit 501 Anteilen (ein Anteil zu 100 Euro). Elf Neumitglieder konnten gewonnen werden.

Derber Rückschlag durch Wasserschaden

„Trozdem hat der anfängliche Gründungs-Enthusiasmus ein wenig nachgelassen“, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Wipf, „Der Laden läuft, und wie viel Engagement und Aufwand dahinter steckt, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.“ Das unterstrich auch Vorstandsvorsitzende Daniela Bär in dem vorgetragenen Jahresbericht 2018: „Es war ein finanziell turbulentes Jahr. Der zweite Wasserschaden war ein großer finanzieller Einschnitt.“

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Waren mussten weggeworfen werden und die geleisteten Mehrstunden für Aussortieren sowie Aufräumen ließen die Personalkosten in die Höhe schießen. So muss leider für das Rechnungsjahr 2018 ein Minus verzeichnet werden. Einsparmöglichkeiten für die Personalkosten gibt es momentan nicht.

Discounter als große Konkurrenten

Um gegen die Discounter eine Chance zu haben, wird ständig das Sortiment erweitert und nach Maßnahmen zur Ertragssteigerung gesucht. So wurden die Räumlichkeiten vergrößert, um einer Lottoannahmestelle Platz zu verschaffen. Die Provision bleibt als Gewinn in der Genossenschaft.

Frische Bio-Produkte im Sortiment

Neu ist auch das Angebot an Bio-Produkten aus der Eigenproduktion des Bio-Gemüsehofs Hauser. Geschäftsführerin Gabi Lang gilt ein großes Dankeschön dafür, dass sie es geschafft hat, Vertrauen herzustellen und diese Kooperation zu ermöglichen. Geschäftsinhaber Rolf Hauser stellte seinen Betrieb kurz vor: „Unsere Firmenphilosophie basiert auf biologischem Eigenanbau, der auf dem Verlangen von ehrlichen Preisen für das Angebot sowie die Bezahlung des Personals basiert. Wir liefern bisher ohne Transportkosten mit einem Elektro-Auto sowie möglichst ohne Plastikverpackungen in den Pfandkisten.“

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Doch ein erweitertes Angebot erfordert auch mehr Aufwand. So unterstrich auch Aufsichtsratsvorsitzende Petra Binkert die Wichtigkeit jedes Kunden, der einkaufen kommt, die Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Hilfe durch mehr ehrenamtliche Mitarbeiter. Dazu wurden Listen zum Eintragen möglicher Hilfsangebote ausgelegt. Das gesamte Dorfladen-Team ist optimistisch, dass gemeinsam mit Einsatz, Mut und Vertrauen viel bewegt und geschafft werden kann. Die Wahlleiterin Bürgermeisterin Ira Sattler begleitete die turnusmäßige Wahl der Aufsichtsratsvorsitzenden Petra Binkert und Bernd Wipf, denen auch weiterhin einstimmig für drei Jahre das Vertrauen geschenkt wurde.