Stephan Franz ist ein passionierter Langstreckenläufer. Jetzt will der 53-Jährige seine bisherigen Leistungen toppen: Am heutigen Freitag startet er einen 24-Stunden-Lauf über 160 Kilometer zugunsten der Jugendabteilungen des SV Jestetten, SV Lottstetten und SV Altenburg.

Wer nun meint, das Trainingsprogramm des 53-jährigen Heilpraktikers müsse extrem sein, wenn er 160 Kilometer am Stück bewältigen will, sieht sich getäuscht. Eine Stunde pro Tag geht Franz joggen, gemeinsam mit seinem Hund.

Der Kopf wird frei

„Ich habe gemerkt, dass mir diese kleine Auszeit wieder Kraft für den restlichen Tag gibt. Ich kann durchatmen und bekomme den Kopf frei“, sagt Franz.

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Erst nach seinem 50. Geburtstag begann Franz mit dem Joggen. Schnell hat er sein Pensum steigern können; er hat bereits ambitionierte Läufe absolviert, darunter einen Berglauf über 115 Kilometer mit 3400 Höhenmetern.

Mit Stirnlampe durch die Nacht

Vor seiner heutigen Aktion hat Franz Respekt, aber keine Angst. Auch das Laufen durch die Nacht bereitet ihm keine Sorgen. Ausgestattet mit Stirnlampe und Begleitpersonen will er stetig vorankommen. Alle 20 Kilometer werden Streckenposten eingerichtet für die Verpflegung.

Gestartet wird der Mammut-Marathon um 17 Uhr im Seestadion des SV Jestetten. Läuft alles nach Plan, wird Franz am Tag darauf in der Halbzeitpause des Bezirksligaspiels (gegen 16.45 Uhr) zwischen dem SV Jestetten und dem FC Wehr unter tosendem Applaus wieder auf dem Sportplatz eintreffen.

Frage der mentalen Stärke

Bei diesem Lauf sind nicht nur Muskelkraft und Ausdauer angesagt, sondern auch mentale Stärke. Die Gedanken können dabei kreisen, so hat Franz bei einem Lauf schon mal mehrere Kilometer am Stück das „Vater unser“ aufgesagt.

Was er aber vermeidet, ist das bei vielen Breitensportlern obligate Herunterzählen der Reststrecke. „Ich brauche niemanden, der mir zuruft, noch 100 Kilometer. Wenn du so denkst, beginnen die Qualen, dann kannst du den Lauf gleich abbrechen“, betont Franz.

Die Motivation ist riesig, den „Lauf seines Lebens“ voll durchzuziehen. das Vorhaben hat in seinem Umfeld ungläubiges Kopfschütteln ausgelöst. Doch genau das reizt den 53-Jährigen noch mehr. „Anerkennung spielt bei solch einer Aktion auch eine kleine Rolle“, gesteht Franz.

„Aber der Grundgedanke ist vor allem, jungen Menschen zu zeigen, was man leisten kann, wenn man sich nur traut.“