Im Außenbereich der Gemeinde Jestetten, zwischen Eisenbahnlinie und Bundesstraße Richtung Neuhausen, wird eine Freiflächen-Solaranlage mit 2300 Modulen entstehen. Die Idee dazu kam vom Familienunternehmen Hof Russ vom Dietenberg. Miteigentümer Stefan Russ betont: „Diese agrarwirtschaftlich nicht nutzbare und im Sinne des Naturschutzes nicht relevante Fläche bietet sich für unser zukunftsorientiertes Vorhaben an.“ In fünfter Generation ist Stefan Russ seit 2009 Teil des Familienbetriebes und zeichnet verantwortlich für das Projekt.

Das könnte Sie auch interessieren

Bei der Erörtung im Gemeinderat gab es Bedenken wegen der Optik. Die Mehrheit jedoch sprach sich für die Verwirklichung der Solaranlage aus. Dazu bedarf es eines Bebauungsplans, so Bürgermeisterin Ira Sattler. Dass zu einer Bebauungsplanerstellung das Einholen zahlreicher Gutachten gehört, weiß Eigentümer und Betreiber Stefan Russ: „Wir sind umfänglich selbst für die Beschaffung und Finanzierung der Gutachten von Fachbehörden verantwortlich. Dazu gehören unter anderem Blend-Gutachten und Artenschutz-Gutachten.“

Planungsrechtlich müssen Natur- und Umweltschutz beachtet werden. Die Straßenverkehrsbehörden, wegen der Nähe zur Bahn sowie zur Straße, und die Bürger müssen mit ins Boot geholt werden. Letztlich ist die Errichtung der Solaranlage ein wichtiger Schritt in Richtung regenerativer Energienutzung und Ressourcenschonung.

Durch das Vorhandensein eines Einspeisungspunktes vor Ort gibt es sicherheitstechnische Vorteile ohne lange Transportwege. Die erzeugte Energie, etwa ausreichend für 250 Haushalte, kann sofort in das Energienetz des Stromversorgers für Jestetten, Lottstetten, Hohentengen und Klettgau eingespeist werden. Frühestens im Herbst wird der Bau der Anlage fertig sein.

„Es ist ein guter Anfang zur regenerativen Stromerzeugung, ein Beitrag zu Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Wir sind froh Wegbereiter zu sein“, betont sich Stefan Russ und weiß sich mit der Gemeindeverwaltung einig. „Strom brauchen wir alle. Wenn wir alternative Stromerzeugung wollen, weg von Atomstrom mit unsicherer, unüberschaubarer Lagerungsproblematik des Atommülls, müssen wir die kleineren Übel bei der Erzeugung von Strom mit Windkraft, Wasserkraft, Bioenergie oder Solartechnik in Kauf nehmen – ein Perpetuum mobile gibt es nicht“, führte Ira Sattler aus.