Knapp 22 000 Fahrzeuge passieren jeden Werktag den Knotenpunkt B 27 (Haupt-/Waldshuter Straße)/K 6582 (Volkenbachstraße) in Jestetten – und dies zwischen 6 und 20 Uhr mit gleichbleibend hoher Intensität. Harald Baro vom Verkehrsplanungsbüro Gevas aus Karlsruhe stellte im Gemeinderat die Ergebnisse der verkehrstechnischen Untersuchung dieses Brennpunkts vor. Für die Gremiumsmitglieder war es die Bestätigung dessen, was schon immer gemutmaßt wurde: Die Verkehrsbelastung in Jestetten ist jenseits des Erträglichen.

Belastung gleichbleibend hoch

Kennzeichnend für Jestetten ist, dass es keine ausgeprägte Lastrichtung gibt, der Verkehr also gleichstark in beide Richtungen fließt und dies während des ganzen Tages. Die typische Glockenkurve, die ein Anschwellen und Abschwellen der Verkehrsbelastung zeigt, gibt es in Jestetten nicht. Zwar fällt der Schwerlastverkehr mit 3,9 Prozent kaum ins Gewicht, allerdings bedeutet dies, dass jeden Tag rund 800 schwere Lastwagen durch Jestetten rollen. Außerdem stellte Harald Baro fest, dass ohne die Fußgängerampel zwischen Drogeriemarkt und Apotheke ein Einbiegen von der Volkenbachstraße in die B 27 nicht oder mindestens kaum möglich wäre.

Vollständige Ampelanlage gilt nicht als Lösung

Nun stellte sich die Frage, wie die Situation zu verbessern sei. Eine Vollsignalisierung, also die komplette Steuerung der Kreuzung mit einer Ampelanlage, trüge nicht dazu bei. Zwar könnten Gefahrenmomente entschärft werden, allerdings gäbe es bei Rotphasen, insbesondere auf der B 27 lange Staus, da die Leistungsfähigkeit bei ständigem Ampelbetrieb deutlich sinke. Schon jetzt staut sich der Verkehr bisweilen über die Ortsgrenze hinaus. Da die Kreuzung kein ausgesprochener Unfallschwerpunkt ist – seit 2015 gab es hier 13 Unfälle, in die keine Fußgänger involviert waren – sprach sich Baro gegen eine Vollampel aus.

Vorschlag der Fotoüberwachung

Er empfahl, die Ampel in der Volkenbachstraße besser sichtbar zu machen, da es hier immer wieder zum Überfahren des Rotlichts kommt. Falls dies nicht zielführend sein sollte, schlug er eine Fotoüberwachung vor. Der Gemeinderat zeigte sich desillusioniert angesichts der Situation, die kaum Verbesserungen zulässt. Dass kurz vor dieser Kreuzung die Birretstraße in die Volkenbachstraße einmündet und zu unklaren Verkehrsverhältnissen führt, macht das Ganze nicht besser. Strittig war, ob die Rotlichtverstöße vorsätzlich begangen werden oder der schlechten Sichtbarkeit der Ampel geschuldet sind. Schließlich bleibt die Hoffnung auf die Umgehungsstraße.