Stolz wie die französischen Fußballstars nach dem WM-Sieg nahmen die Schüler der Realschule Jestetten ihre Abschlusszeugnisse aus der Hand des Schulleiters Peter Haußmann entgegen. „Ihr habt euer persönliches Finale gewonnen, ihr seid auf alle Fälle Sieger“, bestätigte Haußmann in seiner Rede. Ganz im Jargon der Fußballsprache ließ der Schulleiter die Laufbahn der Realschüler Revue passieren und drückte seinen Stolz auf diesen Jahrgang in gebührenden Worten aus.

36 von 70 Realschulabgängern in Jestetten erzielten einen besseren Notendurchschnitt als 2,3 und wurden deshalb mit Lob und Preis speziell geehrt.
36 von 70 Realschulabgängern in Jestetten erzielten einen besseren Notendurchschnitt als 2,3 und wurden deshalb mit Lob und Preis speziell geehrt. | Bild: Heidrun Glaser

Von 70 Schülern schnitten 36 bei der Realschulprüfung mit einem besseren Durchschnittsergebnis als 2,3 ab, 24 erzielten die Notendurchschnitte 1,1 bis 1,9 und bekamen einen Preis, zwölf Schüler erreichten einen Durchschnitt von 2,0 bis 2,2 und durften sich über die Auszeichnung mit einem Lob freuen.

Spracherwerb und Abschluss in sechs Jahren

Ema Lelenco aus Jestetten kam vor sechs Jahren an die Schule, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen und schaffte es in dieser kurzen Zeit, ihre Abschlussprüfung mit dem Notendurchschnitt von 1,9 zu bestehen. Die Freude unter den Jugendlichen war deutlich zu spüren. Mit großer Erleichterung und Euphorie nahmen sie ihre Zeugnisse entgegen. Nina Hauenstein ist mit der Durchschnittsnote von 1,1 die Jahrgangsbeste. Manch einer jubelte auf der Bühne und alle schüttelten mit stolzgeschwellter Brust die Hände der Klassenlehrer und des Schulleiters. Laurin Schwarz aus Erzingen machte auf der Bühne vor Freude sogar einen Salto.

Aufschlussreiche Berichte

Ein Lehrer der drei Abschlussklassen, der Mathematiklehrer Tim Schäfer hatte sich zu jedem seiner „Schäfchen“ persönliche Worte zum Abschied überlegt. Für so manche Eltern mögen diese charakterisierenden Aussagen wohl mehr Aufschluss geben als die Zensuren in den Zeugnissen.

Rückblick auf Eigenheiten der Lehrer

Mit humorvollen Berichten aus dem Schulalltag und über die Vorlieben ihrer Lehrer verabschiedeten sich die Schüler, um als ehemalige Schnuckis, Knuffis oder Mäuschen nun in die Welt hinaus zu gehen – solche Kosenamen werden ihnen auf ihrem künftigen Ausbildungs- oder Berufsweg wohl nicht mehr begegnen.

Schulzeit als Labyrinth

Die Schülersprecherin Sabine Vlad und ihr Kollege Malte Franz verglichen die Schule mit einem Labyrinth, aus dem die Jugendlichen nun den Ausweg gefunden haben. „Für manchen von uns war es eine Sackgasse, andere mussten abbrechen oder einen Neustart wagen“, berichteten die Schülersprecher. „Eine Herausforderung also mit ungewissem Ausgang, aber wir waren mutig und schließlich hat man uns ja von klein auf gesagt, was wir machen müssen.“

Lob von der Bürgermeisterin

Auch Bürgermeisterin Ira Sattler machte aus ihrer Freunde über diesen erfolgreichen Jahrgang keinen Hehl und dankte den Eltern für ihr Vertrauen in die „Trainer“. „Ein Leben ohne Ziele ist wie ein Bogen ohne Pfeile“, erklärte die Bürgermeisterin und schaute für die Schulabgänger schon in die Zukunft: „Wenn man ein klares Ziel vor Augen hat, ist auch die Berufsausbildung mit weiteren Schulzeiten eine neue tolle Herausforderung.“ Mit dem Lied „Young, Wild and Free“ brachten die Schulabgänger ihre Stimmung zum Ausdruck, musikalisch wurde die Abschlussfeier von der Schulband und der Musikklasse umrahmt.