Um es vorwegzunehmen: Lehrer zu sein ist kein Beruf sondern ein Zustand. Diese Situation beschreibt Kabarettist Hans Klaffl abendfüllend in seinem Programm „Schul-Aufgabe: Ein schöner Abgang ziert die Übung!“ in der Gemeindehalle in Jestetten. Im letzten Teil der Trilogie zum Thema Lehrer blickt er, nun pensioniert, teils genervt aber auch etwas wehmütig auf seine verbrachten Arbeitsjahre mit „Schülern im Wandel der Zeit“ zurück. Spitzzüngig ordnet er Schüler in verschiedene Kategorien ein.

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So befinden sich die „spezifisch“ pubertierenden Mittelstufenschüler im nahtlosen Übergang zur Lethargie sowie die, von den Eltern prognostizierten, Hochbegabten zur Demenz. In der Oberstufe dagegen gibt es keine Hochbegabten mehr. „Sie haben sich schon entschieden“, so Klaffl. Die Kausalkette schließt sich mit der Ausrede für schlechtes Benehmen: Vererbung oder Langeweile. Ebenso wie die Schüler nahm er deren Eltern aufs Korn. Besonders hatte es ihm da „Hans Fischer„ angetan, der seinen „verhaltensoriginellen“ Sohn, ständig mit einem Anwalt drohend, in Schutz nahm.

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Die Jestetter Zuschauer hatten auch bald die „paradoxe Intervention“ verstanden – so Klaffls Erklärungen rund um G 8 oder G 9 zum Erreichen des Abiturs – reduzieren, wo mehr gebraucht würde, egal ob Zeit oder anderes. Manchmal kamen seine Witze auch etwas oldschool daher. Da aber seine verbrachte Lehrerzeit ganz gut zu der im Saal sitzenden, größtenteils älteren Elternschaft passte, war das Publikum ganz amüsiert. Sein gekonnter Umgang mit Sprache sowie die auch musikalisch am Klavier oder Bass umgesetzten rückblickenden Erkenntnisse und Geschichten waren durchdacht und schlüssig.

Auch „ganz entspannt“ als Pensionär präsentierte sich Hans Klaffl in seinem Kabarettprogramm in Jestetten.
Auch „ganz entspannt“ als Pensionär präsentierte sich Hans Klaffl in seinem Kabarettprogramm in Jestetten. | Bild: Ingrid Ploss

Vorausschauend sieht er sich selbst als immer Lehrer bleibender Pensionär, der durch seine „Auffälligkeiten“ für manches Augenverdrehen sorgt. Die mit anhaltendem Applaus geforderte Zugabe war eine perfekt initiierte „Publikums-Animation“. Klaffls Resümee nach dem Einstudieren des Liedes „The Lion Sleeps Tonight“: „So bringt man einen ganzen Saal voller erwachsener Menschen dazu, sich zum Affen zu machen“ – ein Kabarettist kann sich das erlauben.