Jestetten Eichen sollen den Forst zukunftsfest machen

Der Jestetter Wald soll künftig stärker von Laub- als von Nadelbäumen geprägt werden. Entsprechende Pflanzungen sind für 2018 geplant.

Die Gemeinde Jestetten treibt den Umbau ihres Waldes zu einem von Eichen geprägten Forst weiter voran. Forstdirektor Hans-Peter Barth stellte den Bewirtschaftungsplan für das kommende Jahr im Gemeinderat vor.

Im Mittelalter noch von Eichen geprägt, entwickelte sich der Waldbestand nach dem Raubbau der frühen Industrialisierung seit rund 200 Jahren immer mehr zu einem Nadelwald. Dies war wegen den klimatischen Bedingungen im 18. und 19. Jahrhundert sinnvoll und notwendig, um den Wald wieder zu beleben. Durch die Klimaerwärmung haben es allerdings besonders die Fichten im Weinbauklima sehr schwer und sind vielen Schädlingen und Stürmen ausgesetzt. Aus diesem Grund hat das ehemalige Forstamt Jestetten schon in den 1990er-Jahren begonnen, Eichenkulturen anzulegen, verstärkt wurde dies nach dem Orkan Lothar im Jahr 1999.

"Wir sind in Jestetten in einem Eichengebiet", stellte Forstdirektor Barth fest und informierte den Gemeinderat über das Vorhaben, im kommenden Frühjahr eine gut zwei Hektar große Fläche im Düssital mit Stieleichen zu bepflanzen. Hier hatte der Borkenkäfer im Sommer dieses Jahres zugeschlagen. Außerdem ist geplant, die durch das Eschensterben geschädigten Flächen mittelfristig ebenfalls mit Stieleichen zu versehen, da diese sehr gut mit den nassen Standorten zurecht kommen.

Im Düssital wird im kommenden Frühjahr eine Stieleichen-Kultur entstehen.
Im Düssital wird im kommenden Frühjahr eine Stieleichen-Kultur entstehen. | Bild: Ralf Göhrig

Die wichtigste Baumart in Jestetten bleibt jedoch, wie Barth wissen ließ, die Buche. Mit einem Anteil von rund 35 Prozent des Einschlags ist sie das Rückgrat des Gemeindewaldes. Die Nadelhölzer machen ebenfalls gut ein Drittel des Einschlags aus und sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht notwendig, um die hohen Pflegekosten von Laubholzkulturen zu finanzieren. Dafür können diese viel Geld erwirtschaften, beispielsweise sind für den Festmeter Eichenholz zwischen 300 und 3000 Euro zu erwarten. Und die alten Eichen, die vom Wuchs nicht den Vorstellungen der Sägeindustrie entsprechen oder so imposant sind, dass sich das Fällen verbietet, kommen als so genannte Habitatbäume dem Ökosystem zu Gute.

Insgesamt stehen im Gemeindewald im kommenden Jahr Einnahmen in Höhe von 185 000 Euro Ausgaben von 175 000 Euro entgegen. Die Ausgabeschwerpunkte liegen in der Holzernte (57 000 Euro) und in der Kulturpflege (30 000 Euro). Der Plan wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen.

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