In sechs Schweizer und drei deutschen Jagdrevieren fand die größte Drückjagd im östlichen Kreisgebiet statt. Gemeinsam waren etwa 300 Schützen, 100 Treiber und 100 Stöberhunde der fünf Schaffhauser Jagdgesellschaften sowie der beiden Jestetter Revierjagden und der Staatsjagd in den Wäldern zwischen Osterfingen und Neuhausen unterwegs. Jede Jagdgesellschaft jagte im eigenen Revier.

"Die Drückjagd im Südranden ist für auswärtige Jäger besonders verlockend, weil man ein solches Sika-Revier sonst kaum findet“, merkte der deutsche Forstdirektor Hans-Peter Barth an, der rund 100 Jäger zur Jagd in den Jestetter Staatswald eingeladen hatte. Als oberstes Organ des Staatsforstes nahm auch der Baden-Württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk teil. Die grenzüberschreitende Jagd findet seit 25 Jahren statt.

Bevor sich die Jäger auf die Hochsitze verteilten, bekamen sie eine Standkarte, auf der sie jeden abgegebenen Schuss dokumentieren mussten. Die Treiber haben in allen Revieren gleichzeitig damit begonnen, das Dickicht zu durchstöbern und das Wild aufzuscheuchen. Geschossen wurde auf Sika, Reh und Wildschwein, sowie mit Schrot auf den Fuchs. Erlegt wurden 48 Sika, 29 Wildschweine, 74 Rehe und zwei Füchse. Davon wurden 29 Rehe, 24 Sikahirsche und 24 Wildschweine auf deutschem Gebiet geschossen.

Als die Jagd nach vier Stunden beendet war, begann die Nachsuche mit den speziell ausgebildeten Schweißhunden, damit man den verletzten Tieren den Fangschuss geben konnte. Die Jäger des Staatswaldes brachten das Wild aus ihrem Revier zur Gunzenriedhütte, wo es ausgenommen wurde. Das Wild wurde dann auf Tannenreis auf dem mit Fackeln beleuchteten Streckenplatz ausgelegt und das Jagdergebnis durch den Jagdleiter gewürdigt. Mit dem Jagdhorn wurde jede Wildart mit einem Totsignal verblasen. Nach der Zeremonie verkaufte der Wildmeister Ralf Göhrig bis auf zwei Wildschweine die gesamte Strecke an die Jäger und Treiber.

Die Jagd in den hiesigen Wäldern wird immer schwieriger, da sich die Waldstrukturen durch die Naturverjüngung verändert haben und sich das Wild besser verstecken kann. Das Sikawild schädigt die Jungbäume, indem sie die Rinde abschälen, Rehe fressen hingegen die Baumknospen ab. Laut Hans-Peter Barth gibt es im Südranden einen Bestand von etwa 2000 Sikatieren. Durch die gemeinsame, revier- und grenzüberschreitende Jagd und die kontrollierten Abschusszahlen können die Wildschäden seit Jahren in Grenzen gehalten werden. "Lieber konzentriert einmal richtig durch, wie das Wild ständig zu beunruhigen", sagte Minister Hauk.