Viel zu tun hatten die Jestetter Narren am Schmutzige Dunschdig. Schon bei Tagesanbruch war man unterwegs. Im Laufe des Vormittags besuchten die Narren die Kindergärten und die Schulen, um die Schüler zu befreien. Dicht gedrängt standen die Narren vor dem Rathaus, als mit der Chatzemusik und der Rettestej-Musik gleich zwei närrische Kapellen Bürgermeisterin Ira Sattler und ihrer Belegschaft ihre Aufwartung machten, die sich als Kraken präsentierten.

Magnet: Am Schmutzigen Donnerstag war der Bürgersaal in Jestetten voll besetzt.
Magnet: Am Schmutzigen Donnerstag war der Bürgersaal in Jestetten voll besetzt. | Bild: Rainer Denzel

Keinen freien Platz gab es im Bürgersaal bei der öffentlichen Sitzung, die Holger Jörns und Boris Hoffmann leiteten. Allerdings musste gleich zu Beginn ein technisches Problem gelöst werden, denn der seit Jahren zuständige Entmachter Holger Jörns arbeitet nun selbst im Rathaus und so musste er einem neuen Statut zugeführt werden, der ihm als bevollmächtigtem Entmachter die Ausübung seines Amts erlaubte.

Prozess: Auch die Bürgermeisterin hat es erwischt: Ira Sattler wurde von Holger Jörns (links) und Boris Hoffmann angeklagt wegen “seltsamer Dinge im Dorf“.
Prozess: Auch die Bürgermeisterin hat es erwischt: Ira Sattler wurde von Holger Jörns (links) und Boris Hoffmann angeklagt wegen “seltsamer Dinge im Dorf“. | Bild: Rainer Denzel

„Wir haben die Macht übernommen und die Schlüssel natürlich bekommen", setzte er deshalb, nach Klärung aller närrischen Formalitäten, an den Beginn der Sitzung. Er knöpfte sich beim kleinen Narrengericht Ortsbaumeister Oliver Roller vor, der die Strafe des Urteils vom vergangenen Jahr nicht verbüßt hatte. Seine Strafe: 50 Liter Bier für das Sommerfest.

Ein Höhepunkt am Schmutzigen Donnerstag in Jestetten: Die Düfel stellen die Düfelsgabel.
Ein Höhepunkt am Schmutzigen Donnerstag in Jestetten: Die Düfel stellen die Düfelsgabel. | Bild: Rainer Denzel

Es gab Glückwünsche für Klaus Vogel (19 ¾ Jahre) und Ernst Klos (16 ¾). Um knallharte Gemeindepolitik ging es beim Zwiegespräch zwischen Peter Haußmann und Andreas Merk. Themen waren eine Schutzwand für Lottstetter und Schweizer, Tempo 30 in der Hauptstraße, um die Lärmschutzwand der SBB, den Multifunktionsplatz und das Hundebaden im Schwimmbad. Beifall gab es für Esther Meier und Romina Derr für die Organisation der Entmachtung, ebenso für das Lied der Rathäusler "Zehn kleine Fische". Viel Gelächter gab es für die seltsamen Dinge, die in Jestetten geschehen und für die Ira Sattler verantwortlich gemacht wurde und Sühne leisten musste.