Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist Helmut Streit beigesetzt worden. Der 82-Jährige war eine feste Größe in der Geschäftswelt und engagierte sich früher als Gemeinderat in der Kommunalpolitik. Er war Gründungsmitglied und Ehrenmitglied der Narrenzunft Altenburg und Ehrenmitglied des Sängerbunds. Dies schreibt der Vorsitzende des Sängerbunds, Gerhard Binder, in seinem Nachruf.

Nach dem frühen Verlust seiner Mutter zog Helmut Streit mit seinem Vater und seinem Bruder Manfred Anfang der 50er Jahre aus dem Hegau nach Altenburg. Der Vater übernahm ein Ladengeschäft und eröffnete das Kaufhaus Streit. Die Brüder arbeiteten mit dem Vater bis Ende der 60er Jahre im Geschäft. Später übernahm Helmut Streit den Laden. Als gelernter Bäcker und Konditor entwickelte er sich zu einem Geschäftsmann mit Gespür für Kundenbedürfnisse. So kam auch die Toto-Lotto-Annahmestelle dazu, welche Streit nach der Veräußerung des Geschäfts noch bis zu seinem Tod mit Leidenschaft weiterführte. Mit seinem Engagement in der Kommunalpolitik wie auch im Vereinsleben trug er maßgeblich zur Entwicklung von Altenburg und der dortigen Vereine bei.

Beim SV Altenburg war sein fußballerisches Talent geschätzt. Beim Sängerbund sang er 65 Jahre im ersten Bass und war 33 Jahre Vorsitzender. Auszeichnungen des Chorverbands Hochrhein bis zur Verdienstplakette Baden-Württemberg würdigten Streits Verdienste. Er gehörte 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Narrenzunft Altenburg und war Zunftschreiber, bis er 1996 Ehrenmitglied wurde.

Nicht minder war Streits Einsatz in der Kommunalpolitik. Ab 1965 war er Gemeinderat in Altenburg, stellvertretender Ortsvorsteher und anschließend Gemeinderat in der Gesamtgemeinde Jestetten. Nachdem auch Altenburg vom Ladensterben betroffen war, setzte er sich stark für den genossenschaftlichen Aufbau des Dorfladens Altenburg ein. Mit seiner offenen, kommunikativen Art baute er sich ein umfangreiches Netzwerk auf, das auch den Vereinen immer wieder zugutekam. Sein vielfältiges Wissen, gepaart mit unternehmerischem Handeln, war allseits geschätzt. Streits trockener Humor und seine markigen Sprüche gehörten ebenso zu seinen Markenzeichen.