Mit einem Fahrradhotel in der ehemaligen Zollstelle Nohl wird es wohl nichts – zumindest vorläufig. Die Kosten von mehr als 200 000 Euro ließen die Jestetter Gemeinderäte von diesem Vorhaben abrücken. Allerdings gibt es einen schwachen Hoffnungsschimmer am Horizont: Falls es einen nennenswerten Zuschuss aus dem Topf der Tourismusförderung geben sollte, würde die Planung weiterverfolgt werden. Die Möglichkeit einer solchen Förderung will die Verwaltung nun prüfen.

Standort für Radhotel perfekt

Vor geraumer Zeit hat die Gemeinde Jestetten das Zollgebäude samt Grundstück an der Grenze nach Nohl günstig erworben. Die Verwaltung machte sich Gedanken, wie diese Immobilie sinnvoll zu nutzen sei. Bürgermeisterin Ira Sattler brachte die Idee eines Radhotels, also einer Übernachtungsmöglichkeit für Radtouristen, ins Spiel. Vorbilder gibt es bereits in der Region, beispielsweise in Albruck. Der Standort, einen Kilometer vom Rheinfall entfernt, erscheint wie vorherbestimmt dafür.

Maroder Zustand als Problem

Architekt Gerhard Bachmann aus Hohentengen erhielt den Auftrag, eine Planung zu erstellen und die Kosten für den Umbau zu ermitteln. In der jüngsten Sitzung stellte er seine Berechnungen vor und musste gleich zu Beginn seines Vortrags feststellen, dass sich das ehemalige Zollamt in einem äußerst maroden Zustand befindet.

Umfangreiche Arbeiten nötig

Dünne Wände, fehlende Isolierung und ein asbesthaltiges Dach sind nur die augenscheinlichen Mankos. Eigentlich ist das Gebäude abbruchreif, da es aber im Außenbereich liegt, ist lediglich eine Sanierung, jedoch kein Neubau hier möglich. Die Planungen sehen daher einen Quasi-Neubau vor, der allerdings an die alten Außenmaße gebunden ist. Neben zwei Zimmern mit jeweils Dusche und WC sind noch zwei kleine Abstellräume vorgesehen. Ferner hat Bachmann geplant, den wuchernden Bewuchs um das Gebäude zu entfernen und die Außenanlage ansehnlich zu gestalten. Möglich wäre auch ein kleiner Grillplatz für die Nutzer.

Zustimmung für das Projekt

„Ich möchte das Projekt weiterverfolgen“, sagte Bürgermeisterin Ira Sattler, „doch die Kosten müssen sich für die Gemeinde im Rahmen halten.“ Lothar Altenburger (CDU) begrüßte die Idee des Radhotels und schlug vor, zu prüfen, ob ein solches Hotel am Ortsrand mit allen Erschließungsvoraussetzungen (Wasser, Abwasser, Strom) nicht vielleicht deutlich günstiger zu realisieren sei. Der Gemeinderat stand dem Vorhaben zwar überaus positiv gegenüber, allerdings nur bei deutlich geringeren Kosten für die Gemeinde.