Die evangelische Markuskirche wurde am 20. Juni 1965 durch Oberkirchenrat Hans Katz eingeweiht. Nach fast einem Jahrhundert hatten die Protestanten in Jestetten endlich auch ihre eigene Kirche.

Nur einige Bürger sind evangelisch

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es lediglich einzelne evangelische Bürger in Jestetten, doch um die Jahrhundertwende wurden bereits gut 60 evangelische Bürger im Jestetter Zipfel gezählt. Diese feierten ihre Gottesdienste im Ratssaal des alten Schulhauses in der Kirchstraße, diese wurden damals von Pfarrverweser Karl Horn aus Büsingen gehalten. Nach dem Bau des Schulhauses in der Schaffhauser Straße wurden die Gottesdienste im dortigen Amtsgerichtszimmer gefeiert.

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Seit den 30er Jahren und dann, durch die großen Flüchtlingsströme aus den deutschen Ostgebieten wuchs die evangelische Bevölkerung sprunghaft an. Und so wurde am 1. November 1948 eine selbstständige Diasporapfarrei geschaffen. Da der Raumbedarf immer größer wurde, zogen die Gläubigen zurück ins Alte Schulhaus und nutzten dort den ehemaligen Schulsaal (heute "gotischer Saal") für die Gottesdienste.

Der Rohbau der Kirche (Blick auf Altarseite) im Spätsommer 1964. Bild: Carla Gromann
Der Rohbau der Kirche (Blick auf Altarseite) im Spätsommer 1964. | Bild: Carla Gromann

15 Jahre lang diente der "gotische Saal" als Kirche für die evangelischen Jestetter. Doch bereits im Jahr 1952 war zu erkennen, dass der Raum zu klein war. Das prosperierende Gemeindeleben brachte 1950 einen Kirchenchor unter der Leitung von Oberlehrer Gollmer hervor und ein Jugendkreis entstand. Schließlich gründete Gerhart Rieber 1961einen Posauenchor.

Die Markuskirche mit Glockenturm heute. Bild: Ralf Göhrig
Die Markuskirche mit Glockenturm heute. Bild: Ralf Göhrig

Im Jahr 1955 wurde Paul Marquart zum Pfarrer gewählt, die Diasporapfarrei zur Kirchengemeinde erhoben. In den Jahren 1958 und 1959 wurde das Pfarrhaus gebaut. Und dann war die Zeit für den Bau einer eigenen Kirche gekommen. Eigens hierzu wurde im Januar 1962 ein Kirchbauverein gegründet, der um die notwendigen Finanzen kümmerte. Bereits im Herbst 1962 wurde ein Freiburger Architekt vom Kirchengemeinderat mit der Ausarbeitung von Bauentwürfen beauftragt. Diese waren nüchtern, gleichzeitig sehr modern und sahen vor, dass der Altar in der Raummitte stehen sollte. Dem Kirchengemeinderat schienen diese Vorschläge zu gewagt, weshalb das Büro Schneider und Musahl in Waldshut mit der Planung beauftragt wurde. Im August 1964 begannen die Bauarbeiten, am 25. Oktober 1964 fand die Grundsteinlegung statt. Die Bauausführung lag in Händen der Jestetter Baufirma Bruno Jehle.

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Trotz eines Blitzeinschlags im Turm am 24. April 1965, der zu kleineren Schäden führte und mehrere, gerade eingesetzte Fensterscheiben in der Kirche zerbarst, konnte die Einweihungsfeier planmäßig erfolgen.