Jestetten Beim Schnörri-Obed suchen die närrischen Bauern eine Beiz

Die Altenburger Narren erinnern beim Schnörri-Obed an die Zeiten, als es noch Kneipen im Dorf gab und die Puppen noch tanzten.

Dass die Altenburger in diesem Jahr den schönsten Narrenbaum der ganzen närrischen Welt hatten, wurde in zahlreichen Beiträgen am Schnörriobed dokumentiert und amtlich festgestellt. Ehrenobernarr der Kleggaunarrenvereinigung, Rainer Denzel, höchstselbst, räumte diesem einzigartigen Gewächs den Status eines Weltkulturerbes ein. Gut, andere, wie Heike Raif sahen es nicht ganz so: "Der Förster möge sich doch erst betrinken, nachdem der Baum gefunden ist", gab sie zu Protokoll.

Wie nicht anders zu erwarten, entpuppte sich der Höhepunkt der Altenburger Fasnacht auch dieses Mal als das farbenfrohe Spektakel, das artistische Höchstleistungen neben kreativen Geniestreichen zeigt. Einmal mehr geleitete das Duo Marcus Vallböhmer und Stephan Bierwagen das Publikum durch den Abend, was den beiden, fast immer ohne den Faden zu verlieren, gelang.

"Bauer sucht Beiz" war das Motto der Veranstaltung, naheliegend nachdem im vergangenen Jahr die letzte Kneipe im Dorf ihre Pforten schloss und von einer, ehedem blühenden Gastronomie, lediglich eine verdorrte Wüste übrig blieb. In diversen Beiträgen wurden, per Zeitreise, die ehemaligen Gaststätten und ihre wichtigsten Protagonisten nochmals aufgesucht und schnell war klar, was heute fehlt. Früher tanzten die Puppen bei Bier und Wein, gab es italienische, kroatische und deutsche Küche – heute nicht einmal einen Chinesen für das eidgenössische Publikum. Wenn auch die Gastronomie leidet, der Narrenzunft Altenburg gehen die Ideen offenbar nicht aus, was mutmaßlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass sich die Honoratioren des Vereins auf ihre repräsentativen Aufgaben besinnen um dem Nachwuchs weitgehend das Feld zu überlassen.

Und so waren es die 18- bis 35-jährigen Schnörris und Blau-Gelben, die den Schnörriobed maßgeblich prägten. Nicht zu vergessen jedoch die reifen Frauen um die 60, wie Doris Johann, Ellen Marquardt oder Inge Schreiber, letztere allerdings an diesem Abend bereits 105 Jahre alt und die Löhr-Marianneli mit diversen Auftritten.

Zu der Altenburger Fasnacht gehören schließlich auch die Döbeli-Röhrer, was bedeutet, dass am Schörriobed auch Guggenklänge zu hören waren. In diesem Jahr begleitete Mathias Wipf und seine Tuba sogar Mani Strauß und Co. bei deren Auftritt.

Dass die Altenburger Gemeindehalle aus allen Nähten platzte, war wenig überraschend und ein weiteres Zeichen, dass die Fasnacht im Jestetter Zipfel prosperiert.

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