Zu einer Grundsatzdiskussion über zukünftige Bebauung im Ortskern und den Schutz alter Gebäude wuchs die Überlegung zur Änderung des Bebauungsplanes in der Hombergstraße aus. Hintergrund war der Wunsch eines Grundstückseigentümers, neben zwei bestehenden Gebäuden einen Wohnblock zu errichten. Im Grunde befürwortet der Gemeinderat eine Innerortsverdichtung, doch in diesem Fall nutzte die Planung die maximale Gestaltungsmöglichkeit aus. Allerdings war das Gebäude außerhalb der Baufenster geplant, weshalb es über den Bebauungsplan zu diskutieren galt.

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Stefanie Cox (Freie Wähler) äußerte grundlegende Bedenken. „Was wollen wir eigentlich in Jestetten?“, fragte sie die Bürgermeisterin und vermisste einen Masterplan. Cox sprach die Befürchtung aus, dass in Jestetten alle alten Häuser verschwinden und durch uniforme Wohnblöcke ersetzt würden.

Ähnlich sah dies Konrad Schlude (CDU). „Während früher die Bewohner der Hombergstraße abwechselnd den Hombergbrunnen geputzt haben, kümmert sich außer mir niemand mehr darum, seit die alten Häuser durch Wohnblöcke ersetzt worden sind“, beklagte der CDU-Vorsitzende.

Wenn sogar Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, abgerissen werden, gebe es für Gebäude, die lediglich alt sind überhaupt keinen Schutz. „Wir können nicht alles Alte abreißen und Blöcke hinstellen“, befand Lothar Altenburger (CDU) und Gaby Kettner (Grüne) hielt ein flammendes Plädoyer für den Erhalt alter Strukturen. „Der Charakter des Dorfes geht verloren, wenn wir alles abreißen. Wir sind ein Dorf und eine solche Entwicklung schmerzt mich“, gab sie zu wissen.

Jürgen Osswald (CDU) sprach sich für ein konstitutives Konzept aus: „Wir müssen den größeren Zusammenhang sehen und bei der geplanten Maßnahme die beiden bestehenden Gebäude in die Planung mit einbeziehen.“

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Ira Sattler schlug vor, für Grundstücke ohne Bebauungsplan, die sich in der Regel im alten Ortskern befinden, eine Stellplatzsatzung zu erlassen. „Wenn wir zwei Stellplätze pro Wohnung verlangen, werden die Wohnblöcke auch nicht so groß“, befand die Bürgermeisterin. Im aktuellen Fall will sie das Gespräch mit dem Eigentümer suchen. „Das geplante Vorhaben ist in jedem Fall zu groß. Das Haus muss kleiner werden, um genehmigt werden zu können“, stellte sie fest.

Um den Flächenverbrauch im Außenbereich einzudämmen, versucht die Gemeinde, den Ortskern zu verdichten. Allerdings führte dies zum Abriss vieler alter, zum Teil historischer und geschützter Gebäude, die durch uniforme Betonblöcke ersetzt wurden. Der Gemeinderat sucht jetzt Wege, wie Innerortsverdichtung mit dem Schutz gewachsener Strukturen vereinbart werden kann.