Mit neun Gegenstimmen wurde die Errichtung eines LTE-Funkmastes vom Gemeinderat abgelehnt. Acht Gemeinderäte hatten dafür gestimmt, einen drei Meter hohen Sendemast auf dem Schulgebäude zu errichten. Dieser Tagesordnungspunkt hatte für großes Interesse gesorgt, so dass die Besucherstühle im Saal bei Weitem nicht ausreichten.

Bürgermeisterin Ira Sattler erläuterte ausführlich, wie sie seit Jahren von Bürgern nachdrücklich gebeten wurde, sich für die Verbesserung des Mobilfunknetzes einzusetzen. Bislang war dies jedoch nicht möglich, da das schweizerische Militär die gleiche Frequenz benutzte. Im Frühjahr dieses Jahres allerdings kam es zu einer Lösung und die Deutsche Telekom kündigte an, im kommenden Jahr die vorhandenen Funkmasten auf der Löhr und auf dem Dietenberg technisch aufzurüsten.

Um den Jestetter Ortskern jedoch entsprechend zu versorgen, ist es notwendig, hier einen weiteren Sendemast zu errichten. Das gemeindeeigene Schulhaus ist das höchste Gebäude im Dorf und mit einem Masten versehen wäre die Schule kostenfrei zum dringend notwendigen Glasfaserkabel gekommen. „Ich halte mich an gesetzliche Vorgaben“, sagte die Bürgermeisterin und verwies auf den Umstand, dass die gesetzlichen Grenzwerte bei Telekommunikationsmasten weit unterschritten würden.

„Für einen Funkmasten bis zu zehn Metern Höhe braucht es keine Baugenehmigung und wenn wir einen solchen Masten auf unserem Gebäude ablehnen, wird die Telekom einen alternativen Standort suchen“, stellte Ira Sattler weiterhin fest und betonte: „Auf der Schule fällt ein kleiner Mast nicht auf, ein zehn Meter hoher Mast auf einem niedrigeren Gebäude sehr wohl.“ Und damit sei das Ortsbild nachhaltig negativ beeinflusst.

Von Seiten der SPD und Grünen wurden Bedenken geäußert, die Strahlung könne die Kinder in der Schule beeinträchtigen. Jürgen Osswald (CDU) konnte diese Bedenken nicht teilen und verwies auf die anstehende Digitalisierung, die für alle Bereiche, insbesondere für die Schulen gefordert wird. „Das ist die Zukunft, ob wir wollen, oder nicht.“ Dagegen sprach sich Markus Weißenberger für eine Reduzierung der Handynutzung aus. „Die Schäden für unsere Kinder sind immens“, war er überzeugt.

Nach langer Diskussion stellte die Bürgermeisterin den Antrag zur Abstimmung mit dem Ergebnis, dass die Schule keinen Mast und keinen Glasfaseranschluss erhalten wird.