Ibach Werke von Bach erklingen zur Einbürgerung von Martin Angell

Martin Angell gibt ein Cello-Konzert im Rathaus Ibach anlässlich seiner Einbürgerung in Deutschland. Er präsentiert auch Eigenkompositionen mit besonderem Witz.

Bürgermeister Helmut Kaiser und Cellist Martin Angell freuten sich über einen voll besetzten Sitzungssaal im Ibacher Rathaus. Der in Ibach ansässige, aus England stammende Musiker und Komponist hatte wieder einmal zum Konzert geladen, nachdem er im Jahr 2006 schon einmal im Ibacher Rathaus gespielt hatte. Anlass war die Einbürgerung Angells, der die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat.

Bürgermeister Kaiser wünschte allen Anwesenden, die Musik möge ihnen den über das Jahr hinweg angesammelten Staub von der Seele wischen und ihnen so einen frischen Start ins neue Jahr gewähren. Aus Anlass seiner jüngst erfolgten Einbürgerung, so Angell, spiele er an diesem Abend aus Johann Sebastian Bachs "Solosuiten" ausschließlich Allemanden, und zwar die aus den Suiten in C-Dur, c-Moll und d-Moll.

Mit Verve begann er die erste Allemande, mit freier Tempogestaltung, den Zusammenhang der melodischen Phrasen hervorhebend, und mit markantem Bogenstrich. Ebenso ausdrucksstark und rhythmisch prägnant gestaltete er die zweite Allemande, aufbrausend unter Hervorhebung der dissonanten Trugschlüsse die dritte.

Dazwischen hatte Angell Kompositionen von dall’Abaco und Carl Friedrich Abel ins Programm aufgenommen, wobei er bescheiden anmerkte, die Interpretationen von Bachs Werken seien diffizil, allein schon aufgrund der zahlreichen existierenden Einspielungen, an denen sich ein Interpret messen lassen müsse. Bei dall’Abaco hingegen sei er gänzlich auf das Notenbild angewiesen, da dessen Kompositionen höchst selten zur Aufführung kämen. Entsprechend, so meinte Angell launig, seien die Zuhörer eben auch ganz und gar seiner Interpretation ausgeliefert.

Carl Friedrich Abel, drei Jahre nach der Komposition von Bachs in Köthen entstandenen Suiten just dort geboren, komponierte seine dreisätzige Sonate ursprünglich für die Viola da Gamba. Angell gestaltete die drei kurzen Sätze kontrastreich. Nach dieser ersten Konzerthälfte ging Martin Angell über zu seinen Eigenkompositionen, etwa einem ernsthaften „Lied ohne Worte“ mit weit schweifenden Linien sowie den „Spiegelungen“, einem Werk, das er erst in diesem Herbst anlässlich der Vernissage zu einer Fotoausstellung zum Thema „Wasser“ im Dachsberger Rathaus aus der Taufe gehoben hatte. Begonnen hatte er diesen Programmteil mit seiner dreisätzigen „2. Suite“, aufgebaut aus einem fröhlichen „Tanz“ mit markantem Rhythmus, einem seufzergeladenen, mit leiser Schwermut behafteten Legatosatz mit dem bezeichnenden Titel „Sehnsucht“, sowie dem putzmunteren, mit Pizzicati und einem verballhornten Jagdmotiv aufwartenden abschließenden „Spiel“.

Restlos begeistert waren die Zuhörer indes von Angells sozusagen humoristischen Kompositionen, mit denen er zudem eindrücklich bewies, dass auch ziemlich schräge Töne viel Vergnügen bereiten können. In dem „Winterspaziergang im Wald mit Specht“ hat dieser selbstverständlich das letzte Wort, indem er sich, auf den Corpus des Cellos klopfend, bemerkbar macht. In den Variationen über „Meines Großvaters Uhr“ – ganz offenbar eine Kuckucksuhr – ruft der Kuckuck immer wieder vorlaut dazwischen und erholt sich zum Glück am Ende, nachdem bereits eine Trauerode auf das krachende Ende der Uhr erklungen war. Der Titel „Hot Sock Rock“ spricht eindeutig für sich.

Die vehement geforderte Zugabe war dann nochmals ein besonderer Gag. Martin Angell kündigte nämlich ein Variationenwerk an, an dessen Ende alle Zuhörer im Chor mitsingen durften und das sich als quasi rückwärts angelegt, von den Variationen zurück zum Thema, entpuppte – dem allseits bekannten „O Tannenbaum“.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Zum Valentinstag ❤ Geschenke mit Herz ❤
Neu aus diesem Ressort
Ibach
Ibach
Ibach
Ibach
Ibach
Ibach
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren