Besucher empfängt Uriella keine – ihre Gesundheit erlaube das nicht, hatte ihr Ehemann Icordo, bürgerlich Eberhard Eicke Bürgermeister Helmut Kaiser ausgerichtet. Sie habe sich sehr über die Geburtstagsgrüße gefreut und darüber, dass er an sie denke, sagte Kaiser nach einem Telefonat mit Icordo.

Bürgermeister ist Uriella nie begegnet

Seit vielen Jahren ist Uriella, die in Oberibach wohnt, nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden, bestätigt der Bürgermeister. Seit er das Amt vor zehn Jahren antrat, sei er der Leiterin von Fiat Lux nie begegnet. Wenn man abends an dem Haus vorbei fahre, könne man aber immer wieder den Lichtschein aus einem zum Garten hin liegenden Zimmer, in dem Uriella wohl lebe, wahrnehmen. Auch Frauen gehen regelmäßig in dem Haus ein und aus, sagt er.

Um Fiat Lux ist es still geworden

Still ist es um Fiat Lux geworden, bis zu 20 Mitglieder leben derzeit in der Gemeinde, schätzt Helmut Kaiser. Sonntags reisen aber immer noch regelmäßig Mitglieder an, um sich im „Heiligtum“ von Fiat Lux im Ortsteil Lindau zu treffen – zu erkennen sind sie immer noch an der weißen Kleidung und den weißen Fahrzeugen.

Mann Icordo zieht 1999 in den Gemeinderat ein

Lange ist es auch her, dass die Sekte für Aufregung sorgte: 1999 zog Uriellas Ehemann Icordo in den Gemeinderat ein. Und auch als er nicht mehr Mitglied war, meldete sie sich immer wieder zu Wort, erinnert sich Kaiser. Als die Gemeinde für den Friedhof eine Urnenwand beschloss, habe Icordo zum Beispiel eine Nachricht überbracht, dass Körper nicht verbrannt werden dürften, da sonst auch der Geist verbrannt werde.

Jedes Jahr an Ostern und Weihnachten Post von Uriella

Inzwischen habe er den Eindruck, „dass sie auch in Frieden leben wollen“, sagt Kaiser. Die Gemeindeverwaltung erhalte zu Weihnachten und Ostern Post von Uriella und er selbst gratuliere, wie jeder Bürgerin und jedem Bürger ab dem 60. Geburtstag jedes Jahr. „Man respektiert sich, sie leben im Dorf, wie viele andere Menschen auch“, ergänzt Kaiser.

Auch das Medieninteresse ist längst nicht mehr so groß, wie vor 20 Jahren, aber der 90. Geburtstag hat dann doch einige wenige Journalisten aus Deutschland und der Schweiz, dem Heimatland von Erika Bertschinger-Eicke, nach Ibach gelockt. Interviews gab es aber keine, sondern nur Auskunft vom Bürgermeister.