Ibach (kss) Mit Musik und Texten von Mozart verwöhnten die Akteure unter der künstlerischen Leitung von Illa Küllig die Besucher in der gut gefüllten Pfarrkirche beim Osterkonzert im Rahmen der Reihe „Sternstunden in Ibach“. Neben den aus früheren Konzerten größtenteils bereits bestens bekannten Musikern, die Mozarts Musik kongenial interpretierten, war als weiterer Glücksgriff diesmal Schauspieler Aaron Hitz mit im Programm, der höchst lebendig und professionell Mozarts Stimme nach Ibach brachte.

Hitz gab zunächst einen kurzen biographischen Abriss zu Mozarts kurzem Leben. Dabei flocht er ein, dass sich die Musikkritiker über die Vollkommenheit seiner Musik völlig einig sind. Biographen wiederum schrieben sich heute noch die Finger wund darüber, wer dieser Mozart war, aus dessen Melodien fast immer eine positive Haltung, ja pure Lebensfreude spricht.

Mitten hinein in diese lebensfrohen, optimistischen Melodien führte das Quartett in F-Dur, KV 370, für Oboe und Streicher, das Oboistin Selen Schaper mit in Ibach schon gewohnter Anmut und Grazie gestaltete. Dass Mozart indes auch andere Gefühlslagen zu komponieren verstand, bewies das melancholische Adagio, das die Streicher mit Ekaterina Tsyrempilova, Violine, Wolfgang Joho, Bratsche und Monica Forster-Correa, Cello, einleiteten.

Wieselflinke Läufe und graziöse Echoeffekte zwischen Oboe und Streichern charakterisierten hingegen den anschließenden tänzerischen Allegrosatz wiederum als fröhlichen Ausklang. Mozart selbst, so Hitz, der zwischen den Programmpunkten den Einblick in die Gedankenwelt und in die sprachlichen Zeugnisse des Komponisten jeweils vertiefte, verglich seine Arbeit mit einem schönen, starken Traum. Alles fliege ihm zu, er verbessere nie, habe bei der Niederschrift eines Werkes bereits das nächste im Kopf, schreibt Mozart selbstbewusst, rechtfertigt aber auch seine Rastlosigkeit damit, ohne Reisen müsse das Genie verkümmern. Er brauche Leute um sich, die seine Gabe würdigen könnten.

Im Quartett in D-Dur, KV 285, für Querflöte und Streicher, zeigte Flötistin Annina Rusch zusammen mit den Streichern weitere Spielarten der Stimmführung, die Mozart beherrschte. Dass Mozart sich auch auf Sprachwitz und Wortkunst verstand, demonstrierte Hitz an einem Gedicht auf seinen toten Star sowie anhand einer zärtlichen Ode, die Mozart an sein Bäsle geschrieben hat. In einem Brief an seine Frau Constanze kommt neben Mozarts Sehnsucht nach Nähe aber auch das eigene Befremden über die innere Kälte gegenüber einem Großteil seiner Mitwelt zum Ausdruck.

Das Quintett in A-Dur, KV 581, für Klarinette und Streicher, bei dem sich neben Klarinettist Alexander Kübler auch Geigerin Ulrike Schammler den Musikern hinzugesellte, war das komplexeste Werk dieses Osterprogramms. Hier wechselt die Stimmführung mehrfach, reichen sich die einzelnen Instrumente die Einsätze quasi von Hand zu Hand weiter.

Im Larghetto scheint bereits die zarte melodische Gestaltung des später entstandenen Klarinettenkonzertes auf, im Menuett und im abschließenden Variationssatz treffen volkstümlich anmutende Melodik und sanfte Melancholie aufeinander, bevor die Reminiszenz an den Beginn des Allegretto das Werk fröhlich beschließt.