Ein hochrangiges Osterkonzert erlebten die zahlreichen Zuhörer in der Ibacher Pfarrkirche. Die künstlerische Leiterin der Konzertreihe „Sternstunden in Ibach“, Illa Küllig, war selbst krankheitshalber leider verhindert, hatte aber mit der in Zürich lebenden ungarischen Organistin Helga Váradi für einen standesgemäßen Ersatz gesorgt. Ebenfalls aus Ungarn stammt der Trompeter Krisztián Kováts. Neben diesen beiden Künstlern, die gemeinsam verschiedene Werke für Trompete und Orgel aus der Barockzeit interpretierten, war Cellistin Marie Viard nach Ibach gekommen, die ihren ersten Cellounterricht im Elsass erhielt und unter anderem an der Freiburger Musikhochschule studierte.

Mit den festlichen Klängen einer Air sowie dem als Eurovisionsfanfare berühmt gewordenen Preludium zum Te Deum von Marc-Antoine Charpentier eröffneten Trompete und Orgel nach der kurzen Begrüßung durch Pfarrer Jan feierlich das Konzert, dessen Programmfolge aufgrund der Erkrankung von Organistin Illa Küllig in der Folge teilweise umgestellt worden war. In der Suite von Jean-Baptiste Lully konzertierte die Orgel quasi im Wechsel mit der Trompete, wobei die Sätze spielerisch figuriert, fröhlich und voller Lebendigkeit erklangen und die Trompete sowohl ihre Strahlkraft als auch ihre Beweglichkeit unter Beweis stellen konnte.

Ob in eher dienender Funktion wie hier, ob als selbstständiges Instrument, das Melodie und Begleitung zugleich formuliert, oder ob parallel zur Setzweise der Trompete, stets präsentierte sich die spontan eingesprungene Organistin als souveräne und kongeniale Interpretin.

Cellistin Marie Viard hatte Bachs d-moll-Suite BWV 1008 für das Osterkonzert mitgebracht und begann ihr überaus ausdrucksstarkes Spiel mit kraftvollem Ton bei freier Tempogestaltung, die auch immer wieder einem nachdenklichen Gestus Raum bot und auch die gezielt eingesetzten figurativen Elemente deutlich zur Geltung brachte.

Dabei beherrschte sie die wieselflinken, mit zupackender Verve interpretierten Passagen ebenso grandios wie die einfühlsamen. Und die Cellistin meisterte die diffizilen Doppelgriffe spielerisch, übermütig hüpfend und extrem laufstark.