Mit Begeisterung absolvierte der Langlaufnachwuchs der Skiclubs von Ibach und Bernau am Montagnachmittag sein Trockentraining. Das lag nicht nur daran, dass gut 20 Teilnehmer zu dem Termin gekommen waren und das Trainieren in einer größeren Gruppe mehr Spaß macht. Es hatte sich Langlauf-Ass Stefanie Böhler, die gerade bei ihren Eltern in Ibach zu Besuch ist, bereit erklärt, das Training zu leiten, was sich blitzschnell herumgesprochen hatte. Magisch anziehend hatte diese Information auf die Zahl und die Motivation der Kinder und Jugendlichen zwischen sieben und 13 Jahren gewirkt. Aus dem ganzen Bezirk waren sie gekommen, um ihr im Fernsehen bewundertes Idol real vor Augen zu haben.

Stefanie Böhler hat ihre ersten Gehversuche auf Skiern in Ibach gemacht und ist selbst nach ihrer siebten WM-Teilnahme, bei der sie als Erfahrenste im Team im finnischen Lahti ganz nah an die Weltspitze heranlief, ihren Wurzeln beim Skiclub Ibach treu verbunden. Entsprechend sensationell finden es die Nachwuchsläufer, wenn „ihre“ Steffi sich für sie Zeit nimmt und in ihren Ferien dem Trainingsalltag neuen Schwung verleiht.

Böhler begann das Training mit einer Aufwärmrunde auf dem Loipennetz bei der Ibacher Kirche, bei der sie die Teilnehmer dazu anregte, während des Laufens auch Hüpfer, lange Schritte zur Dehnung oder das Überkreuzen der Füße einzubauen. Anschließend ging es auf dem kleinen Sportplatz unterhalb des Ibacher Skilifts weiter mit Koordinations- und Gleichgewichtsübungen.

Dazu legte der Langlaufprofi zwei flexible Leitern auf dem Boden aus, teilte die Gruppe in zwei Hälften und ließ die Teilnehmer der Reihe nach mit verschiedenen Schrittkombinationen zwischen den Leitersprossen laufen, wobei sie diese mit den Füßen möglichst wenig berühren sollten. Mit Eifer und sichtlicher Freude absolvierte der Langlaufnachwuchs dieses Pensum. „Koordination und Gleichgewicht sind auf den Skiern unheimlich wichtig, deshalb mache ich das auch beim eigenen Training zwischendurch immer mal wieder“, erklärt Böhler.

Die Langläuferin entpuppte sich als gute Pädagogin, obwohl sie normalerweise keine Trainingsstunden anleitet. „Dazu hat sie im Alltag schlichtweg überhaupt keine Zeit“, meint Vater Roland Böhler, der, wie etliche Eltern der Teilnehmer auch, dazugekommen ist, um dem Training zuzuschauen. Es wird stolz mit Handykameras festgehalten, wie Böhler mit Leichtigkeit auch die Kleineren zum Mitmachen bringt, wenn deren Konzentration nachlässt, indem sie sich ihnen speziell zuwendet oder Partnerübungen einbaut, bei denen sie immer wieder selbst einspringt. So vergeht diese einmalige Trainingsstunde für alle wie im Flug.