Ein begeistert aufgenommenes Konzert gab die Trachtenkapelle Ibach-Wittenschwand in Kooperation mit dem Kirchenchor Hierbach-Ibach in der vollen Ibacher Gemeindehalle. Nicht nur die Zusammenarbeit beider Ensembles war ein Novum an diesem Konzertabend, die Trachtenkapelle unter ihrem neuen Vorstand Tobias Müller und mit dem jungen Dirigenten Andreas Seitz wartete auch sonst mit etlichen gut gelungenen neuen Ideen auf.

Das Programm war trotz der Beschränkung auf zweimal vier Werke höchst abwechslungs- und nuancenreich. Und Ronja Wehrle sorgte mit ihrer ebenso angenehmen wie kompetenten Ansage für den richtigen Durchblick.

Das Konzert stand unter dem Motto „Heimat & Hollywood“, beide Begriffe hatten die Akteure ausgesprochen wörtlich genommen. Im ersten Teil brachten sie heimatliche Klänge zu Gehör, während sich in der zweiten Hälfte die Trachtenkapelle in ein auch äußerlich mit Fliege und Abendkleid deutlich gekennzeichnetes Filmmusikorchester verwandelte, einschließlich des stilechten Dirigenten im Frack.

Ein begeistert aufgenommenes Konzert gaben die Trachtenkapelle Ibach-Wittenschwand und der Kirchenchor Hierbach-Ibach in der proppevollen Ibacher Gemeindehalle.
Ein begeistert aufgenommenes Konzert gaben die Trachtenkapelle Ibach-Wittenschwand und der Kirchenchor Hierbach-Ibach in der proppevollen Ibacher Gemeindehalle. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Mit der majestätisch volltönenden Ouvertüre „Alpine Inspirations“ begann der Abend, gefolgt von einem Solostück für Flügelhorn und Bariton, das in volkstümlicher Manier die Schönheiten des Alpenpanoramas besingt. Vom Kirchenchor gesungen wurde die Mehrzahl einer Folge der von Kurt Gäble arrangierten Volkslieder wie „Am Brunnen vor dem Tore“ oder die mit Frauenchor besetzte klappernde Mühle, während das getragene "Ännchen von Tharau" den Männerstimmen vorbehalten war. Die Begleitung war dabei ebenso fantasievoll wie die Auswahl der Stücke selbst.

Den zweiten Teil eröffnete ein Medley mit Melodien aus der Feder Ennio Morricones, bei dem die gestopften Trompeten im Verein mit den melodieführenden Flöten Akzente setzten und Martin Stoll mit seinem Solo auf dem Saxophon das Flair von großem Kino heraufbeschwor.

Dem gefühlsbetonten Hollywood setzte die „Forrest Gump Suite“ ein Denkmal. Bei den unter dem Titel „At World’s End“ zusammengefassten Melodien aus „Fluch der Karibik“ schließlich, verwandelte sich Dirigent Andreas Seitz in Käpt’n Jack Sparrow und gab mit seinen Musikern die Variante Hollywoods, die sich vom geheimnisvollen Beginn zum furiosen Finale steigerte. Für diese lässige Darstellung erntete die Trachtenkapelle riesigen Applaus, wofür Tobias Müller das Publikum als "cool" bezeichnete.

Bürgermeister Helmut Kaiser bedankte sich für ein gelungenes Konzert, das im ersten Teil die Herzen der Zuhörer mit gediegenen heimatlichen Klängen erwärmt und am Schluss überwältigende Klangfülle demonstriert habe.

Die Trachtenkapelle ihrerseits bedankte sich für den reichen Applaus mit einer schmissigen Zugabe, in der unter anderem der "River Quai Marsch" sowie der Auftritt der Elefanten im "Dschungelbuch" zu hören waren. Zur zweiten Zugabe kam auch der Chor, einschließlich seines an diesem Abend „nur“ als Sänger auftretenden Leiters Martin Angell nochmals vor die Bühne und besang, begleitet von den Musikern, die „Berliner Luft“. Die Musiker selbst hatten am Ende auch noch ein Schmankerl parat. Sie sangen ihr sonst nur hinter der Bühne zu hörendes, nicht ganz jugendfreies „Sperlingslied“.