Ibach (kss) Neben der bevorstehenden Bürgermeisterwahl war der Forst Hauptthema im Ibacher Gemeinderat. Revierförster Christoph Wehle stellte den Vollzug 2016 sowie die Planung 2017 für den Gemeindewald vor. Beim Vollzug konnte er dabei auf gleich mehrere positive Ergebnisse verweisen. Dank des nassen Frühjahrs hatte sich der Käfer weniger stark vermehrt wie befürchtet, wenngleich bezüglich der Auffüllung des Grundwasserspiegels nach wie vor noch keine Entwarnung gegeben werden könne.

Die Holzmarktsituation 2016 habe sich recht befriedigend gestaltet, insbesondere im Bereich Nadelstammholz. Der Schneebruch ausgangs des Winters auf einer Höhenlinie von rund 1100 Metern habe zwar zu einer gegenüber der Planung erheblich abweichenden Einschlagsmenge geführt, was sich indes auch in einem gegenüber dem Planansatz verdoppelten Jahreserlös niederschlage. Auf rund sechs Hektar Fläche wurden im Gebiet „Auf den Köpfen“ aufgrund des vorangegangenen Schneebruchs große Holzmengen aufgearbeitet. Letztlich führte das zu einem Verkauf von knapp 660 Festmetern Holz über die FBG Ibach und einem Reinerlös von gut 20 200 Euro.

Daneben kümmerte sich Wehle um den Rückschnitt entlang der Straßen zur Verkehrssicherung sowie um die Schaffung von Aussichtspunkten. Wegeunterhaltungsmaßnahmen fanden in den Bereichen Lindau, Markstein, schwarzer Stock und oberer Langhaldenweg statt. Für 2017 kündigte Wehle die Sanierung des Neumattwegs an, auf dem in letzter Zeit ziemlich viel Holz gepoldert und abgefahren wurde. Für diese Maßnahme schätzt er entstehende Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro.

Als Einschlagsmenge für 2017 gab er die laut Hiebsatz vorgesehenen 400 Festmeter an mit einem geplanten Reinerlös von rund 10 000 Euro. Hauptsächlich durch Zwangsnutzungen wie im vergangenen Jahr ist innerhalb der fünf Jahre seit Beginn des letzten auf zehn Jahre berechneten Einrichtungszeitraums schon mehr als die Hälfte des vorgesehenen Gesamthiebsatzes angefallen. Daher könnte sich Wehle vorstellen, 2017 auch unterhalb der geplanten 400 Festmeter zu bleiben, sollten die auf jeden Fall angepeilten 10 000 Euro schon mit einer geringeren Einschlagsmenge erzielt werden können. Kurz andiskutiert wurde das Thema der Zuständigkeiten für die Freischneidemaßnahmen an den Wegrändern.

Forstbezirksleiter Johannes Stowasser erklärte zur Holzmarktsituation allgemein, die Pelletslager seien voll, der Markt drifte gerade auseinander. Dem stabilen Qualitätsholzbereich stehe ein abflauender Brennholzmarkt gegenüber. Außerdem mahnte Stowasser in seinen Ausführungen an, auf die zwei in den Startlöchern stehenden Käferarten zu achten.

Wehle ergänzte, die derzeitige Jagdsituation in Unteribach gefährde durch anhaltenden Verbiss die Baumverjüngung vornehmlich der Tanne. Die indes sei als sturm- und trockenheitsresistenter Tiefwurzler für den Wald enorm wichtig. Daher riet er zu einer baldmöglichsten Begehung, die am besten gleich im Rahmen der Jagdgenossenschaftsversammlung beschlossen werden sollte. Diese wurde auf den 8. März festgelegt und hat auf ihrer Tagesordnung unter anderem die Neuvergabe des Jagdreviers „Ibach III“. Bezüglich des Dauerthemas Kartellverfahren merkte Stowasser an, Mitte März sei eine Entscheidung zu erwarten, die aber mit Sicherheit weitere noch nicht vorhersehbare Schritte nach sich ziehen werde. Um handlungsfähig zu bleiben, werde gerade die Gründung einer Waldgenossenschaft geprüft. In ihr sollten möglichst alle 13 Forstbetriebsgemeinschaften im Kreis sowie alle Kommunen vereinigt sein, um eine Größe zu erzielen, die als wirtschaftlich sinnvoll auf dem Markt bestehen könnte.