Ibach (kss) Zur Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Ibach-Todtmoos-Hotzenwald in der Ibacher Gemeindehalle begrüßte Clemens Speicher gut 100 Waldbesitzer, dazu die Bürgermeister von Ibach, Görwihl, Herrischried sowie die Bürgermeisterin von Todtmoos. Zur Sprache kam neben dem Geschäftsbericht von Geschäftsführer Uli Faschian sowie dem Blick auf den aktuellen Holzmarkt auch die Reaktion auf das Mitte März erfolgte Gerichtsurteil zum Kartellrechtsstreit. Dazu gaben der Leiter des Kreisforstamtes, Helge von Gilsa, sowie Murgs Bürgermeister Adrian Schmidle als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Waldgenossenschaft detaillierte Berichte.

Faschian konnte über ein befriedigendes Jahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis berichten, in dem nur wenige Frischholzeinschläge zu verzeichnen gewesen waren. Stattdessen hatte die Arbeit im Wald im Wesentlichen dem Aufräumen von Käferholz und Dürreschäden gegolten. Als problematisch charakterisierte Faschian das Überangebot an Kleinlosen. Von 1200 Losen waren über 500 kleiner als zehn Festmeter, zudem verteilt vom Hochkopf bis Albbruck und von Ibach bis Hasel, was naturgemäß Schwierigkeiten bei der Abfuhr nach sich zieht. Die Speditionen könnten bei so kleinen Mengen und so vielen unterschiedlichen Lagerorten nicht wirtschaftlich arbeiten. Um dieser Problematik zu begegnen, hat die FBG vorerst probeweise beschlossen, Einzellose mit bis zu zehn Festmetern mit einem Abschlag zu belegen.

Die Holzpreise, so Faschian, seien seit 2009 dauerhaft stabil auf relativ hohem Niveau. Das werde sich auch 2017 nicht grundlegend ändern. Moderate Preisrückgänge seien bei Buche Industrieholz, bei Papierholz und Holz, aus dem Pellets hergestellt werden, zu erwarten. Dagegen gebe es eine deutliche Preisanhebung bei Tanne sowie beim qualitativ hochwertigsten Fichten-Stammholz. Helge von Gilsa informierte die Anwesenden über die Notwendigkeit, nach dem Gerichtsurteil Mitte März, in dem das Land Baden-Württemberg in allen Punkten gegen das Kartellamt unterlegen ist, eine grundlegende Forststrukturreform auf den Weg zu bringen. Das Bundeswaldgesetz wurde aktuell bereits dahingehend geändert, dass alle Arbeiten kostendeckend ausgeführt werden müssen und niemand benachteiligt werden darf. Es wird also zukünftig keine Kooperation von Privatwaldbesitzern und Kommunen mit dem Staatswald mehr stattfinden können.

Deutlich machten sowohl der Gastgeber, Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser, als auch der Vorsitzende der FBG, Clemens Speicher, dass sie die bisherige über einen langen Zeitraum hinweg erprobte und gut funktionierende Praxis der Waldbewirtschaftung aus einer Hand seitens des Försters nicht als indirekte Subventionierung angesehen haben, sondern im Gegenteil als angemessenen Ausgleich für die Nutzung des Waldes durch die Bevölkerung. Sie fordern deshalb eine politische Lösung als Ersatz für dessen Wegfall. Ungeachtet dessen, dass das Land Rechtsbeschwerde gegen das Urteil einlegen will, sollten die den Forstbetriebsgemeinschaften angeschlossenen Privatwaldbesitzer und die Kommunen sich schnellstens zu einer möglichst großen Gemeinschaft zusammenfinden, um wirtschaftlich am Markt bestehen zu können, so von Gilsa.

Eine Machbarkeitsstudie zur Gründung einer Waldgenossenschaft liegt bereits vor, die Genossenschaftsidee wurde Anfang März auf der Landesversammlung des BLHV in Bonndorf präsentiert. Schmidle erläuterte die Idee, die davon ausgeht, dass die bisherigen FBGen als selbstständige Einheiten erhalten bleiben, sich aber unter dem gemeinsamen Dach einer Waldgenossenschaft zusammenschließen, der sich auch die Kommunen als juristische Personen anschließen können. Als Vorteile nannte Schmidle etwa die Buchung aller Verkäufe über ein zentrales Konto, Sicherheit im Holzverkauf, zeitnahe Abrechnung und vor allem die Chance, mit großen Einschlagsmengen gute Vertragskonditionen erzielen zu können. Allerdings wird eine solche Dachorganisation auch wiederum nicht ohne zusätzliche Kosten für die Mitglieder auskommen.