Ibachs Bürgermeisterwahl am 12. März wird mit einem Kandidaten über die Bühne gehen. Der bisherige Amtsinhaber Helmut Kaiser stellt sich erneut zur Wahl, weshalb der Wahlausschuss beschloss, keine offizielle Wahlveranstaltung einzuplanen. Dennoch hat Kaiser privat zwei solche Veranstaltungen angesetzt. Eine davon war am Donnerstag im "Adler" in Unteribach, die zweite findet am heutigen Montag um 20 Uhr in der Steigass-Stube in Oberibach statt.

Auch einen Flyer hat Helmut Kaiser verteilt und eigens zur Wahl eine Homepage eingerichtet. „Ich wollte demonstrieren, dass es mir mit dieser Wahl wirklich ernst ist“, erklärte er vor den 20 Zuhörern, die zur ersten Veranstaltung gekommen waren, und er rief auch alle Ibacher dazu auf, sich an der Wahl zu beteiligen. „Zum Einen bedeutet eine gute Wahlbeteiligung für mich persönlich natürlich einen Ansporn, zum Anderen wäre sie aber auch ein Signal nach außen und würde sicherlich als positive Außenwirkung für die Gemeinde zu Buche schlagen“, meinte er überzeugt.

Auch dass Ibach von den Synergien profitiert, die sich durch die Ämterdoppelung mit Dachsberg ergeben, betonte Kaiser. „Ibachs Bürgermeisteramt ist ja ein Ehrenamt, und ein reiner Ehrenamtler auf diesem Posten hätte natürlich nie die Chance, sich im Umfeld so zu engagieren, wie ich das als gleichzeitig hauptamtlicher Bürgermeister von Dachsberg kann“, stellte er unumwunden fest. Dabei bemühe er sich innerhalb seines Engagements, sei es im Kreisrat, beim Biosphärengebiet oder bei den örtlichen Vereinen, immer darum, besonders die Belange seiner Gemeinden im Blick zu haben.

Die Abwägung, ob Ibach langfristig besser fahre, wenn es selbstständig bleibe, wolle er aber ganz der Ibacher Bevölkerung überlassen. Er betrachte diese Frage im Wesentlichen aus finanzieller Sicht. Hier gelte, dass Einsparpotenziale bei einem Zusammenschluss eindeutig zunehmen würden, muss doch jede Gemeinde für sich beispielsweise für EDV-Leistungen im Bereich der Verwaltung, auf dem Tourismussektor oder aktuell bei der Breitbandversorgung mit erheblichen Grundkosten rechnen. Auf der anderen Seite stehen die möglichen zusätzlichen Zuschussanträge, die dann natürlich wegfallen würden.

Was in der Gemeinde Ibach alles in den vergangenen acht Jahren passiert ist und was für die kommenden Jahre ansteht, hatte Kaiser in einem rund 40-minütigen Vortrag zusammengefasst, wobei er betonte, wie schnell diese acht Jahre seiner Amtszeit vergangen seien, dass er das Amt stets mit Freude ausgeübt und dabei die rundum gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit geschätzt habe. Als Zukunftsthemen nannte er unter anderem die Erstellung von großräumigen Konzepten zur Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung, den Ausbau eines ökologisch orientierten Tourismus, der die natürlich gegebenen Voraussetzungen nachhaltig nutzt, die maßvolle Ausweisung von Baugebieten sowie die Weiterführung der in der jüngsten Vergangenheit begonnenen guten Nutzung innerörtlicher Potenziale sowie die Fortschreibung von Straßenbausanierungskonzept und Breitbandversorgung.

In der Fragerunde bekannte sich Bürgermeister Helmut Kaiser vor allem dazu, „bis zum Umfallen dafür zu strampeln, dass jedes Haus seinen eigenen Glasfaseranschluss bekommt“. Welche Maßnahmen dagegen die Verunreinigungen rund um den Kohlhüttenplatz reduzieren könnten, blieb in der Diskussion offen. Auch weitere Hinweise aus der Zuhörerrunde, die sich auf die weithin sichtbaren nächtlichen Windradblinklichter und auf die Frage nach dem Stand des Pumpspeichervorhabens in Atdorf sowie von Projekten im Rahmen des Biosphärengebietes bezogen, nahm Helmut Kaiser zur Kenntnis, auf seine Bürgermeisterkandidatur indes sind sie wohl ohne direkten Bezug.